Richtlinien für Planungswettbewerb RPW 2008 mit Hinweisen des Ausschusses für Wettbewerb und Vergabe

RPW, Fassung vom 12. September 2008
Hinweise Stand Oktober 2012

Hinweis zu § 1 RPW

zu § 1 (1) Definition
Wesentliche Grundsätze eines zugelassenen Wettbewerbes sind:

 

  • Gleichbehandlung: Anonymität, nachvollziehbares Zulassungsverfahren (vgl. § 97 (1) GWB), nachvollziehbares Zulassungsverfahren (vgl. § 97 (2) GWB),
  • Auslobung: Geforderte Leistungen entsprechen in etwa einem Vorentwurf nach HOAI, ausreichende Bearbeitungszeit, Auftragsversprechen i.d.R. mindestens bis LP 5 
  • Vorprüfung: Vorprüfer haben die Qualifikation der Teilnehmer 
  • Preisgerichtsbesetzung: ausreichende Zahl unabhängiger Fachpreisrichter 
  • Prämierung: Preissumme beträgt mindestens ein einfaches Vorentwurfshonorar nach HOAI 
  • Abschluss des Verfahrens: Information der Teilnehmer und der Öffentlichkeit durch Preisgerichtsprotokoll und Ausstellung, beabsichtigte Beauftragung einer der Preisträger 
  • Wettbewerb trägt Zulassungsvermerk einer Architektenkammer

Nicht zugelassene Verfahren bzw. Graue Verfahren

Graue Wettbewerbsverfahren sind alle auf Architektenleistungen bezogene Wettbewerbe, die nicht nach in Deutschland eingeführten Richtlinien zur Durchführung von Architektenwettbewerben vollzogen werden (zur Zeit sind das: RPW 2008, RAW 2004 oder GRW 2003) und bei einer Architektenkammer in Deutschland registriert wurden. Internationale Verfahren bleiben unberücksichtigt, sofern nicht durch einen Auslober der BRD veranlasst.
Die Bezeichnung dieser Verfahren kann variieren. Gängige Benennungen sind z.B.:

  • konkurrierende Verfahren 
  • Gutachterverfahren (die keine Mehrfachbeauftragungen sind!)
  • Lösungsfindungsverfahren 
  • Auswahlverfahren mit Lösungsvorschlag 
  • Workshop
  • Entwurfswerkstatt

Studentenwettbewerbe oder HOAI-konforme Mehrfachbeauftragungen fallen nicht unter Graue Verfahren. Graue Verfahren sind häufig in VOF-Vergabeverfahren eingebettet.

Umgang

Bevor Sie sich an einem Grauen Verfahren beteiligen, sollten Sie prüfen, worin die Abweichungen zu einem regelkonformen Verfahren bestehen. Die Teilnahme an einem unterhonorierten Verfahren stellt in jedem Fall einen Verstoß gegen die HOAI dar. Weitere mögliche Kriterien sind in den Architektengesetzen der Bundesländer benannt, i.d.R. unter »Berufspflichten« (vgl. § 3 SächsArchG).

Sofern das Verfahren noch nicht endgültig festgelegt ist, sollten alle Aspekte der Anwendung der RPW geprüft werden. Die Landeswettbewerbsausschüsse leisten dabei gerne Unterstützung. Verfahren, die für die Teilnehmer deutlich negative Bedingungen diktieren, sollten umgehend dem Wettbewerbsausschuss der Architektenkammer mitgeteilt werden.

 

§ 1 Grundsätze

(1) Definition

Wettbewerbe sind Auslobungsverfahren, die dazu dienen, dem Auftraggeber einen Plan oder eine Planung zu verschaffen, deren Auswahl durch ein Preisgericht aufgrund vergleichender Beurteilungen erfolgt.

Wettbewerbe können sich insbesondere auf folgende Aufgabenfelder erstrecken und sollen in geeigneten Fällen interdisziplinär angelegt sein:

  • Städtebau, Stadtplanung, Stadtentwicklung 
  • Landschafts- und Freiraumplanung 
  • Planung von Gebäuden und Innenräumen 
  • Planung von Ingenieurbauwerken und Verkehrsanlagen 
  • technische Fachplanungen

Diese Richtlinien können auch für Wettbewerbe im Bereich Kunst und Design Anwendung finden. Wettbewerbe können sich sowohl auf Neuplanungen als auch auf Planungen im Bestand beziehen.

(2) Ziele des Wettbewerbs

Wettbewerbe zielen darauf, alternative Ideen und optimierte Konzepte für die Lösung von Planungsaufgaben und den geeigneten Auftragnehmer für die weitere Planung zu finden. Sie können auch auf die Lösung konzeptioneller Aufgaben zielen. Wettbewerbe dienen insbesondere dazu, die Qualität des Planens, Bauens und der Umwelt zu fördern und leisten einen wichtigen Beitrag zur Baukultur.

(3) Gleichbehandlung

Die Bewerber werden beim Zugang zum Wettbewerb und im Verfahren gleich behandelt. Für alle Teilnehmer gelten die gleichen Bedingungen und Fristen. Ihnen werden die gleichen Informationen jeweils zum gleichen Zeitpunkt übermittelt.

(4) Anonymität

Die Wettbewerbsbeiträge bleiben bis zur Entscheidung des Preisgerichts anonym, bei mehrphasigen Wettbewerben bis zum Abschluss des gesamten Verfahrens.

(5) Kleinere Büroorganisationen und Berufsanfänger

Kleinere Büroorganisationen und Berufsanfänger sollen angemessen beteiligt werden.