In anderen europäischen Ländern, insbesondere den Niederlanden,
Dänemark und Österreich ist die Idee der Gruppenbauprojekte be-
reits seit längerem Teil einer modernen Stadtplanung und Bürgerbe-
teiligung. Auch hierzulande gibt es Erfahrungen mit Baugemeinschaf-
ten. Lebendige, vielfältige und integrierende Quartiersstrukturen
waren das Ergebnis der Projekte.
Eine Trendwende zurück zum innerstädtischen Wohnen ist bereits
zu erkennen. Wünschenswert ist hierbei natürlich, den weiteren
Wegzug gerade der jungen Familien aus der Stadt zu verhindern.
Doch der ausgeprägte Wunsch dieser Bevölkerungsgruppe, selbst-
genutztes Wohneigentum auch in der Stadt zu besitzen, scheitert
oft genug an mangelnden finanziellen Ressourcen.
Die private Baugemeinschaft bietet sich als eine überaus interessante
Möglichkeit an, bei geringerem Mitteleinsatz des Einzelnen
breiteren Kreisen zu Wohneigentum zu verhelfen. Darüber hinaus
soll mittels dieses Modells versucht werden, zu einem nachhaltigen
Bauen zu gelangen.
In der Mitbestimmung bei der Gestaltung des eigenen Lebensum-
feldes und der bewussten Bildung von Nachbarschaften liegt einer
der wesentlichen Vorteile von Baugemeinschaften. Schon in der
Vorbereitungsphase lernen sich die Mitglieder kennen, nicht erst
nach dem Einzug. Das Bauen wird dadurch erleichtert und das spätere
Zusammenleben gestaltet sich meist harmonisch.
Nachbarschaftliche Hilfe vom Blumengießen über die Kinderbetreuung
bis zur gegenseitigen Unterstützung bei der Selbsthilfe wird so erleichtert.
Da die private Baugemeinschaft noch immer relativ unbekannt ist,
möchte die Architektenkammer Sachsen mit einem neuen Arbeitskreis
diese Idee bekannter machen und Möglichkeiten und Risiken für unseren
Berufstand diskutieren.
Alle interessierten Kollegen sind herzlich eingeladen gemeinsam Konzepte
zu erarbeiten, um die Idee der Baugemeinschaft voranzubringen.
Ansprechpartner: Herr Architekt Holger Pitz Korbjuhn,
Tel. 0351-421 90 76, E-Mail: pitz@agplus.de oder
die Geschäftsstelle der Architektenkammer Dresden,
Tel. 0351-3 17 46-0, E-Mail: dresden@aksachsen.org