08.12.2017

Basiswissen zur Bauleitung Teil 4: Einsatz der VOB Teil B und C während der Bauleitungsphase, Umgang mit Maßtoleranzen (DIN 18202)

Freitag, 08.12.2017, 9:00–16:30 Uhr



Die Seminarreihe zur Bauleitung schließt ab mit zwei Spezialthemen aus dem Baustellenalltag.

Der Einsatz der VOB Teil B (das sogenannte juristische Projektmanagement) in Endverbraucherverträgen, ist sehr umstritten. Generell steht der Architekt vor der Frage, welche Alternativen er dem Bauherrn anbieten kann bzw. muss. Klar ist, dass der Architekt keinen „Vertragstext“ für die Verträge zwischen Bauherr und Handwerker schreiben sollte. Die Lebenswirklichkeit sieht jedoch anders aus. Nicht nur, weil man seinen Auftraggeber nicht „vor den Kopf“ stoßen will.

Das zweite Thema, die Anwendung der Bau-Toleranz-Norm DIN 18202 während und nach der Bauphase ist ein ebenfalls heiß diskutiertes Thema während der Bauphase ggf. sogar innerhalb der Verjährungsfrist. Häufig werden notwendige Ausführungstoleranzen in der Planung nicht berücksichtigt, damit dem Bauherrn schicke Architektur geboten werden kann. Das führt im weiteren Bauablauf ggf. zu erheblichen Mehrkosten, für die dann der Planer verantwortlich zeichnet.

Die Module 8 und 9 der Seminarreihe beantworten ca. 100 Fragen aus dem Tagesgeschäft zur VOB sowie zum Umgang und Prüfung von Toleranzen auf der Baustelle.

Modul 8: Anwendung der VOB/B+C während der Bauleitung
• Einsatz der VOB/B beim Endverbrauchervertrag – ist das nach der aktuellen Rechtsprechung noch
möglich? Welche Alternativen hat der Architekt?
• VOB/B als allgemeine Geschäftsbedingung – was bedeutet das?
• VOB/C als anerkannte Regel der Technik – was bedeutet das?
• Die Systematik der Gewerkenormen von Teil C im Überblick
• Sind Änderung einzelner Vereinbarungen aus dem Teil C möglich – beispielsweise im Kapitel
„Abrechnung“? Wenn ja – wie ändert man rechtssicher?
• Was regelt die „Baustelleneinrichtungs-Norm“ DIN 18299
• Geänderte und zusätzliche Leistungen – Besonderheiten von § 2
• Stundenlohnarbeiten – eine lohnende Abrechungsart für den Unternehmer? Besonderes Risiko
für den Architekten?
• Schutz der eigenen Leistung
• Nachunternehmereinsatz
• Begehungen
• Abhilfeverlangen und Verzugsmitteilung wegen Terminverschiebungen
• Behinderung wegen fehlender Baufreiheit oder fehlender Pläne
• Kündigung durch AG oder AN
• Vertragsstrafenregelung
• Abnahme und Verjährung
• Abrechung und Zahlung
• Streitigkeiten

Modul 9: Umgang mit Maßtoleranzen auf der Baustellen
• Ist die DIN 18202 ff (Maßtoleranzen) für die Planung geeignet?
• Welche besonderen Gegebenheiten sind grundsätzlich bei der Planung zu bedenken?
• Was muss bei den Ausschreibungsunterlagen hinsichtlich Maßtoleranzen berücksichtigt werden?
• Gibt es weitergehende Vorgaben? Wären weitergehende Vorgaben als DIN 18202 sinnvoll?
• Wer regelt Maßtoleranzen auf der Baustelle?
• Begriffe, Grundsätze und Anwendung der DIN 18202
• Hat der Unternehmer bezüglich Maßtoleranzen eine besondere Prüfpflicht?
• Wenn das Leistungsverzeichnis keine Angaben über einzuhaltende Toleranzen vorgibt, was gilt dann?
• Sind Toleranzanforderungen über die jeweilige ATV der VOB/C hinaus zulässig?
• Bauen mit „Null-Toleranzen“ geht das?
• Wann, auf welche Weise, von wem und wo wird gemessen?
• Definition Mangelbegriff
• Maßtoleranz als vertragliche Zusicherung
• Beurteilungen von Maßabweichungen als optischer Mangel
• Minderungsberechnung wegen nicht eingehaltener vertraglicher Toleranzvorgaben
• Der Rohbauunternehmer schöpft die vertraglich zulässigen Maßtoleranzen aus.
Dies führt beim Estrichleger zu Mehrkosten. Wer zahlt diese Mehrkosten?
• Umgang mit Maßtoleranzen innerhalb der Gewährleistungszeit? Hat der Bauherr ein Recht
auf Mangelbeseitigung innerhalb dieser Zeit?
• Die Maßtoleranz erfordert den Rückbau der Leistung. Kann man solche Maßnahmen vom
Auftragnehmer verlangen und durchsetzen?


Ein umfassendes Skript wird zur Verfügung gestellt.




Referenten:
Dipl.-Ing. J. Steineke BDB, Berlin

Ort:
ZAW, Zentrum für Aus- und Weiterbildung Leipzig GmbH, Gesellschaft der IHK zu Leipzig, Bereich Weiterbildung, Bogislawstr. 20, 04315 Leipzig

Gebühr:
€ 95,- für Mitglieder AKS, IKS und anderer LK sowie deren MA, MA öffentlicher Dienst, Absolventen
€ 60,- für ermäßigte Architekten und Ingenieure, Studenten
€ 130,- für Gäste



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