Stiftung Haus Schminke »Lichtschiff und Nudeldampfer«

Fabrikantenvilla und Landhaus –
Schüler der Dresdner Waldorfschule lernen moderne Architektur im Haus Schminke

Bauex HP Bild19

Die Stadt Löbau besitzt ein architektonisches Juwel der Moderne: das Haus Schminke, welches sich Nudelfabrikant Fritz Schminke 1930-1933 als Wohnhaus von dem berühmten Architekten Hans Scharoun errichten lies. Die Umsetzung ist extravagant und funktionell zugleich, vor allem aber auf die Bedürfnisse der sechsköpfigen Familie abgestimmt. Es gilt als Hauptwerk von Hans Scharoun im Bereich des privaten Wohnungsbaus und wird heute in einem Zug mit Bauten von Ludwig Mies van der Rohe, Frank Lloyd Wright und Le Corbusier genannt. Aufgrund seines Baustils eignet sich das Haus Schminke besonders gut zur Vermittlung der Grundlagen moderner Architektur an Kinder und Jugendliche. Beeindruckt und voller Tatendrang nach einem Besuch des Hauses, griffen im Jahre 2007 die Dresdner Bauingenieurin Julia Baatz und die Architektin Claudia Muntschick diesen Umstand auf und entwickelten das Projekt „Lichtschiff und Nudeldampfer – Kinder entdecken das Haus Schminke“, mit dem sie im gleichen Jahr den ersten Preis im Rahmen des Wettbewerbs „Kinder zum Olymp“ belegten.

Das Projekt zur Vermittlung moderner Architektur an Schüler im Haus Schminke sollte nun nicht länger ausschließlich ortansässigen Schulklassen der Oberlausitz vorbehalten sein. Erstmals luden die Stiftung Haus Schminke und die beiden Projekt-Initiatorinnen am 5. März 2012 die Schüler der 12. Klasse der Dresdner Waldorfschule nach Löbau ein. Innerhalb eines Tages erklärten Frau Baatz und Frau Muntschick den Schülern, dass moderne Architektur nicht nur von ausgebildeten Experten verstanden werden kann. Die Schüler sollten bewusst an die Vorzüge moderner Architekturgestaltung herangeführt und mit aktuellen Fragen der Denkmalpflege konfrontiert werden. Durch das Projekt bekamen die Schüler die Gelegenheit, selbst zu Akteuren zu werden, die zur Belebung des Denkmals beitrugen – eine Entwicklung ganz im Sinne der ehemaligen Hausherrin Charlotte Schminke.

Das Projekt wurde von der Stiftung Sächsischer Architekten mit insgesamt drei Veranstaltungen gefördert. Auf deren Anregung fand auch zum Tag der Architektur am 23. Juni 2012 eine Veranstaltung im Haus Schminke statt - in diesem Fall Architektur zum Anfassen für Kinder im Grundschulalter.