Bilder und Bauten
Präsentation Hinrich Storch

Maler, Architekt, BdA, Leipzig/Hannover, geb. 1933

Ausstellung vom 27. November 2013 bis 5. Januar 2014

Zur Vernissage am 28. Nobember, 18:00 Uhr wird herzlich eingeladen!

Brief an meinen Freund Walter Ehler

Lieber Walter,

mir ist von der Architektenkammer Sachsen die große Ehre zuteil geworden, meine Werke im Dresdner Haus der Architekten auszustellen. Weil ich achtzig geworden bin, was nicht mein Verdienst ist. Meine Werke auszustellen!

Meine Werke? Meine Werke gibt es nicht. Alles ist Gemeinschaftswerk. Alles, vom Großen bis ins Kleinste. Von der Idee bis zur Türangel. Zuerst allein, bald mit unseren Mitarbeiterkollegen.

Als wir uns 1964 selbständig machten und mit Säge, Hammer und Nagel in der Hand einen leeren Dachboden zum Büro ausbauten, trafen wir eine Abrede, an die wir uns nie halten mußten: Derjenige, der in Zukunft die Federführung eines Projektes übernehmen würde, sollte bei unterschiedlicher Meinung das letzte Wort haben und entscheiden, was schließlich zu tun sei. Kein einziges Mal trat dieser Fall ein. Nicht, daß es divergierende Auffassungen und hitzige Diskussionen nicht gab;  aber wir konnten einander zuhören und ließen uns überzeugen.

Das Mahnmal

Es wurde uns nichts geschenkt. Tag für Tag bis in die Nacht zu arbeiten, das Schicksal teilten wir mit all den jungen Kollegen, die es wagten, sich auf eigene Füße zu stellen. Doch es boten sich greifbare Chancen. Das Wettbewerbswesen blühte. Die bürokratischen Bewerbungs- und Auswahlverfahren mit ihrer fatalen Wirkung, den Nachwuchs niederzuhalten, gab es noch nicht. Wir konnten den zu uns passenden Wettbewerb nach Gefallen auswählen. Frühe Erfolge waren uns vergönnt, und Du siehst vermutlich ebenso dankbar wie ich, ja auch ein wenig stolz darauf zurück, noch in jungen Jahren mit großen Aufgaben betraut worden zu sein.

Auf Dich zu treffen, entscheidende Studienjahre und schließlich das Berufsleben mit Dir zu teilen, da muß Fortuna Pate gestanden haben. Dein scharfsinniger, liebenswürdiger Witz ist reinstes Lebenselixier. Dein klarer Kopf verhilft zu manchem unnachahmlichen Konzept. Deine Phantasie beflügelt nicht nur den Architekten, sie regt auch den Maler an. Ja, trotz größter Belastung durch das Bauen betreiben wir die Malerei, kritisieren und ermutigen uns gegenseitig. Wie beim Entwerfen. Daher ergibt sich von selbst, daß jetzt nicht nur Architektur, sondern auch Bilder im Dresdner Haus der Architekten ausgestellt werden. Zu gerne erlebte ich, daß Du Dich mit Deinen Bildern, die ich so mag, daran beteiligtest; aber in der Dir eigenen Zurückhaltung wollest Du das nicht. Schade.

Fortuna, die doch Schwankende, hielt wieder die Treue, als sie uns in Leipzig auf Rüdiger Sudau treffen und mit ihm eine Partnerschaft von Niveau gründen ließ. Ich nehme mir die Bemerkung heraus, daß wir seinen ausgeprägten Sinn für das Künstlerische unseres Berufes, seinen Humor und seine für Ostdeutschland wohl typische Improvisationsgabe als große persönliche Bereicherung empfanden. Unter seiner behutsamen Führung lernten wir so manches hervorragende Werk moderner Architektur allein in Leipzig kennen, und zu erkennen.

Lieber Walter, nun ich zum Schluß komme, ist es sicherlich in Deinem Sinne, wenn ich unseren Partnern Martin Bockelmann und Reinhard Klaus, die vor zwei Jahren den Stab übernommen haben und das Büro weiterführen, die gleiche Fülle eines Architektenlebens wünsche, wie wir sie erleben durften. Und auch weiterhin den Erfolg, der sich bereits eingestellt hat. So bleibt mir noch, all den jungen Könnern unseres Berufes, die mit uns gearbeitet haben und ohne die das gemeinsame Werk nicht denkbar wäre, von Herzen zu danken. Wie oft hielten sie bis tief in die Nacht durch. Wie oft schimpften wir auf das ärgerlich ausgeschlafene Morgengezeter der Amseln, das den nächtlichen Arbeitsfrieden jäh unterbrach. Doch das ist längst Vergangenheit. Wenden wir uns, Lieber, dem Heute zu und der Arbeit am Bild. 

In alter Frische, Dein Hinrich

www.hinrich-storch.de

Unipark Nonntal


Öffnungszeiten

Montag bis Freitag 8:30 bis 16:00 Uhr
oder nach telefonischer Vereinbarung
Eintritt frei

Ausstellungsort

Haus der Architekten
Goetheallee 37
01309 Dresden