Architektur bewegt & Zwickau 2050

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Ausstellung der Kammergruppe Zwickau
vom 28. Oktober bis 28. November 2014


Wir laden herzlich ein

am 6. November, 18:00 Uhr zur Führung durch die Ausstellung
am 21. November, 18:00 Uhr zu einem Gespräch mit André Leischner und Jens Knobloch, beide Freie Architekten aus Zwickau, zum Thema "Zwickau 2050"


Die Ausstellung »Architektur bewegt« verdichtet zehn Entwurfspositionen. Thaut Architekten (Ulrich Thaut) näherte sich durch Modellbau der Sanierung des Clara-Wieck-Gymnasiums. König Architekten & Ingenieure (Petra König) eröffnet den Dialog zwischen städtebaulicher Anpassung und individueller architektonischer Position. Kottusch Architekten (Dr. Andreas Kottusch) sammelt Stimmen von Nutzern sowie Fachplanern zum Rathaus Zwickau. Birgit Wessendorf Architekten (Birgit Wessendorf) zerlegt die Konstruktion des Holzhauses mittels eines Schnittmusters. bau_werk_stadt (Dieter M. Walz) widmet sich der Retrospektive des kürzlich verstorbenen Architekten und Weltenbummlers. Bauconzept Planungsgesellschaft mbH (Bert Hoffmann) stellt den Fokus auf sein Spezialfeld, die Bäderarchitektur. Atelier ST (Silvia Schellenberg-Thaut & Sebastian Thaut) lässt den Besucher in einer Reihe von Raumexperimenten zum Voyeur werden. ARC Architektur Concept (Sylvia Staudte & Guido Pfaffhausen) entwickelte für die Kita Muldepiraten ein Konzept der Sinne: fühlen, sehen und schnuppern. ABOA Architekten (Michael Uhlig & Carsten Brunner) widmet sich dem Spannungsfeld zwischen un-baubar, noch-nicht-gebaut und gebaut. 6-15-6 büro für architektonisches design (Sebastian D. Kriegsmann) zeigt die Entstehung einer räumlichen, zeitgenössischen Architektur heraus aus einem flächigem, historischen Detail.

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Die Ausstellung »Zwickau 2050« entstand aus einer Initiative mit rund 20 Architekt.inn.en aus der Architektenkammergruppe Zwickau, die seit 2012 an einer positiven Zukunftsvision für die Region arbeiten. Aufgeteilt in die Bereiche  Bildung & Kultur, Energie & Gewerbe, Grün, Wohnen und Verkehr wird hier in diversen Informationsformaten sowohl Fachreferenten Gehör geschenkt als auch die Diskussion mit der Wirtschaft, sowie der Austausch mit Schulen gesucht.

Dazu gehören auch Ausstellungseinladungen durch die Leipziger Messe, ins Haus der Architekten sowie aktuell das Ziel einer ersten Publikation bzw. Dokumentation.

 

Ein Kurator ist im klassischen Sinne ein Pfleger oder Vormund einer Ausstellung, jemand der katalogisiert und präsentiert. Eine Ausstellung lebt von ihren Projekten und Objekten. Aus Pro.Objektideen werden Pro.Objektinitiativen und schließlich Pro.Objektrealisierungen – kurzum, ein wichtiger Teil der Ausstellung sind die dazugehörigen Entwicklungsprozesse. Die Ausstellung »Architektur bewegt« ist eine Architekturausstellung und keine Projektschau. Warum, könnte man sich fragen, oder worin liegt der Unterschied?

Die Antwort ist, eine Projektschau stellt das Ergebnis der Architektur dar. Architektur an sich entsteht aber in einem Prozess, einer Entwicklung oder allgemein formuliert in einem System von koordinierbaren Bewegungen. Die Rolle der/des Architektin/-en kann also ohne weiteres mit der eines Choreographen, in seiner Doppelfunktion von Dramaturg und Regisseur, verglichen werden. Daher ist dies keine kuratierte Ausstellung im klassischen Sinne. Es ist eher eine Ideen-Präsentation, die den Anspruch verfolgt – die Lebendigkeit der Idee, eine Triebfeder in der Disziplin Architektur sichtbar zu machen.

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Ziel der Ausstellung »Architektur bewegt« ist es daher, Effekte, mit denen sich Architekten beschäftigen bzw. die, die Entstehung antreiben, näher vorzustellen. Das Wort Effekte soll hierzu kurz näher erklärt werden. In einem Wohnhaus werden z. B. »haptische oder thermische Materialien« im Boden verwendet, um damit für den Nutzer einen »Ideen-Weg« am frühen Morgen bewusst zu inszenieren. Effekte sind hier aber noch weiter gefasst – antizipierend, überraschend, überzeugend, nicht-linear, zeitlich relevant, vorausschauend, unerwartet und vor allem eins, engagiert.


Mit »Zwickau 2050« verbinden die meisten auf jeden Fall mindestens einen Effekt - ein deutliches Maß an Vorausschauen. Als einer unter rund 20 Teilnehmer.inne.n der Initiative „2050“ nur kurz hierzu – Als sich das poetische Potenzial dieser Stadt und der mäßige Beitrag, den die Architektur dazu leisten kann, erschöpfte, begaben wir uns in einen spekulativen, visionären Overdrive und nahmen Zwickau als Schablone für eine futuristische Generalüberholung. Bei dieser war nun kein Platz zu unbedeutend, um nicht ambitioniert mit Punkten, Flächen oder Clustern überzogen zu werden. Meiner Meinung nach ein klares Zeichen für Gestaltungsleidenschaft.

Sebastian D Kriegsmann, KG Zwickau