Lebenslinien
Präsentation Prof. Peter Korneli

Ausstellung vom 12. Februar bis 26. März im Haus der Architekten
Finissage am 26. März, 18:00 Uhr

Plakat Prof. Peter Korneli

Eigentlich wollte ich Medizin studieren, bekam aber 1948 keinen Studienplatz, so ergriff ich auf Wunsch meines Vaters einen »Ingenieurberuf« und wurde Architekt.

Aber bereits 10 Jahre nach Beginn des Studiums führten mich die Lebenslinien,
wenn auch über Umwege wieder zum gewünschten Ziel, wenn auch nicht zur Medizin, sondern zum Bauen für die Medizin.

Mit dem Entwurf und Bau der ersten Intensivtherapiestation in Dresden war ich auf dem Spezialgebiet des Krankenhausbaus angekommen. Diesen Weg  haben die Lebenslinien nie mehr verlassen und  haben mich bis zum Neubau und Rekonstruktion der Berliner Charité geführt und immer weiter zu praktischen und wissenschaftlichen Tätigkeiten auf dem Feld der Gesundheitsbauten in vielen Ländern der Welt.

Die meist beruflichen Reisen und Aufenthalte in 35 Ländern der Welt waren Ziel und Ergebnis  zugleich. »Nulla dies sine linea«,  die bekannte Regel des Plinius, zugleich das Motto meines holländischen Freundes Teun Swinkels, wurde zu meinem Motto und  das Zeichnen, die Welt zu verzeichnen, wurde eines meiner Ziele.

Im Alter wird die Zeichnung zum realen Objekt für die Erinnerung. Die Geschehnisse, die Orte, ja sogar die Stimmungen und Worte werden gegenwärtig und lebendig. So kann man die Vergangenheit bewahren und in der Gegenwart fortführen. Der Zeichner sieht ja nicht nur das Motiv, er muß das Bild erschaffen. Dieser Vorgang des Erschaffens verleiht der eigenen Zeichnung den besonders intensiven Erinnerungswert.

Auch an die Empfindungen beim Hören von Musik kann man sich erinnern.
Musik kann man nicht sehen?  Ein Bild kann man nicht hören?
Aber an Empfindungen erinnert man sich. Musik hinerläßt Eindrücke, die später wieder an diese Musik erinnern.

Diese Eindrücke entstehen spontan und spontan werden sie auf Papier festgehalten. So werden sie beim Betrachten zur Erinnerung.

Zeichnungen sind  immer Erinnerungen.
Zeichnen ist der Versuch, die Welt zu verstehen. Und das ist ein Ziel, das ich
immer noch verfolge.

Peter Korneli

Korneli Zeichnung2
Korneli Zeichnung3

Vita Peter Korneli
Prof. Dr.-Ing. Architekt

Geboren 1930

Studium der Architektur 1949–1957
Architekt, Hochschullehrer, Institutsleiter
Krankenhausbauten in Deutschland
Und im Ausland, u. a. Charité Berlin
Ausgedehnte internationale Vortragstätigkeit
Seit 1990 verstärkte zeichnerische Arbeiten, Reiseskizzen
Studienreisen nach Südamerika, Japan, China, Nepal. Italien, Spanien,
Türkei, Griechenland, Ungarn, Kanada, Ägypten, und Skandinavien

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