Sächsischer Staatspreis für Baukultur 2015


Anerkennung: Halle 14, Baumwollspinnerei Leipzig

1.3 - Besucherzentrum - Panorama
Foto: Uwe Walter/Halle 14 e.V.

 

Architekturbüro

quartier 4, Leipzig

Bauherr

Leipziger Baumwollspinnerei Verwaltungsgesellschaft mbH

Ausführende

Bau- und Haustechnik Bad Düben GmbH

Jurybegründung

Halle 14 der Baumwollspinnerei zeigt vorbildlich, wie eine alte, heruntergekommene Stockwerksfabrik mit 20.000 Quadratmetern Nutzfläche durch unterschiedliche Akteure über einen langen Zeitraum mit geringfügigen Mitteln so neu programmiert wird, dass sie zu einem vitalen Ort der Kunst, der Kommunikation und der Arbeit wird. Die baukünstlerischen Maßnahmen des Büros quartier 4 aus Leipzig sind dabei so reduziert und gut platziert, dass die Fabrikhallen nichts von ihrer Sprödigkeit einbüßen. Im Besucherzentrum schaffen geschwungene Holzplattformen, die mit Teppichstoffen bezogen sind,  eine kommunikative Sitzlandschaft vor den raumhohen Fenstern. Im ehemaligen Frauenwaschhaus, das heute Kunstvermittlungsangeboten Platz bietet, wurden Galerien eingezogen, die den Raum weder in der Höhe noch in der Länge einengen, aber dennoch Verkehrsflächen von Aufenthaltszonen trennen.  In den oberen Geschossen sorgen Trockenbauwände für konzentrierte Großraumbüros , die sich aber offene Bereiche mit den Künstlern der benachbarten Ateliers teilen. An keiner Stelle wirkt der Bau zergliedert oder übernutzt. Rohe Ziegelwände, geölte Eisenstützen, Betondecken , von denen Farbreste blättern halten die Erinnerung an die vergangene Zeit wach ohne dass der Eindruck einer nur modischen Ästhetisierung oder Romantisierung entsteht. Über mehrere Bauabschnitte entwickelt hat es das Projekt der Stiftung Federkiel geschafft authentisch zu bleiben und selbst zu werden. Dabei ist alles auf weitere Transformationen angelegt. Der Qualitätsanspruch ist aber langfristig gesetzt.