25 Jahre Architektenkammer Sachsen

Am 15. April 2016 kamen Mitglieder, Vertreter aus Politik, Wirtschaft sowie befreundeter Kammern und Verbände zusammen, um das 25-jährige Jubiläum der Architektenkammer Sachsen im Rahmen einer Festveranstaltung zu begehen. Der Veranstaltungsort, die Fakultät Informatik der TU Dresden, war nicht zufällig gewählt. Der von Dresdner Architekten im Jahr 2001 entworfene moderne Bau stand im übertragenen Sinne auch für das Motto der Festveranstaltung „Ein Berufsstand blickt in die Zukunft“.  

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In seiner Begrüßungsansprache spannte der Präsident Alf Furkert einen Bogen von der Gründung der AKS im April 1991 bis hin zu den Herausforderungen, vor denen wir heute stehen. Während es damals galt, dem überkommenen System eine neue Freiheit abzuringen, stehen wir heute u. a. vor stetigen Deregulierungs- und Liberalisierungsbestrebungen von europäischer Seite und vor steigenden Anforderungen, z. B. aus der EnEV in Umsetzung der Energieeffizienzrichtlinie. 

Die Redner Markus Ulbig, Sächsischer Staatsminister des Innern, Gunther Adler, Staatssekretär im BMUB und Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, widmeten sich den derzeit relevanten Themen für den Berufsstand der Architekten, wie u. a. dem Wohnungsbau einschließlich der adäquaten Unterbringung von Flüchtlingen, den Deregulierungsbestrebungen der Europäischen Kommission gegenüber den Freien Berufen und der Digitalisierung der Gesellschaft als Herausforderung, die alle Lebensbereiche beeinflusst. Ulbig und Adler gaben ein klares Bekenntnis zum Bestand der Freien Berufe als Selbstverwaltungsorganisationen ab und sicherten ihre volle Unterstützung beim Kampf für den Erhalt der HOAI – notfalls auch vor dem Europäischen Gerichtshof – zu. Frau Ettinger-Brinckmann bezeichnete die sächsische Kammer als „Leuchtturm“ angesichts ihrer Vorreiterrolle bei der Schaffung eines der modernsten Architektengesetze Deutschlands.

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Als Festredner sprach Prof. Dr. Martin Roth, ehemaliger Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und seit 2011 Direktor des Victoria and Albert Museum in London. Er führte aus, dass er Architektur als ein Gesicht bzw. Charakter der Gesellschaft sehe. Als „gebaute Demokratie“ zeige Architektur, was eine Gesellschaft mit einzelnen Mitgliedern erreichen wolle. Angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen im Freistaat Sachsen mahnte er, die Demokratie nicht nur dem sächsischen Ministerpräsidenten oder Innenminister zu überlassen, sondern dass hierfür auch die Mitte der Gesellschaft einen Beitrag leisten müsse.

Im Vorfeld der Festveranstaltung fand am gleichen Tag die 60. Vertreterversammlung der Kammer statt. Im Bericht des Vorstandes widmete sich Alf Furkert u. a. den Themen Wohnungsbau in Deutschland, HOAI-Vertragsver-letzungsverfahren, Reform des Bauvertragsrechts und Inkrafttreten der VgV sowie der Umsetzung der Berufs- anerkennungsrichtlinie. Er berichtete, dass der Vorstand der AKS auf Grundlage des 10-Punkte-Programms der Bundesbauministerin Hendricks (Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen) ein eigenes Thesenpapier erarbeite, dass auf die Umsetzung in Sachsen gerichtet sei. Der Vorstand der Kammer begrüße darin u. a., dass die weitere Zersiedlung der Städte im Umland verhindert werden soll und sieht die Bereitstellung von Bauland als wichtigste Voraussetzung für den Erfolg der Wohnungsbauoffensive an. In Kürze werde das finale Thesenpapier der Kammer veröffentlicht.

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Nach einstimmigem Beschluss über die Haushaltsrechnung für das Jahr 2015 nahmen die Vertreter das 25-jährige Bestehen der Kammer zum Anlass, um jeweils einstimmig folgende Mitglieder der AKS, die auf dem Gebiet der Architektur hervorragende Leistungen und berufspolitisches Engagement erbracht haben, zu Ehrenmitgliedern zu berufen.




Im Bild (v.l.): Rainer Ilg, Wolfgang Friebe, Jürgen Becker, Bernd Fischer, Johannes Böhm, Michael Gronemann und Dr. Walther Köckeritz. Wir gratulieren auf diesem Wege nochmals recht herzlich den neuen Ehrenmitgliedern der Kammer!

Der Tag klang aus mit einem Fest im Haus der Architekten, zu dem alle zur Festveranstaltung angemeldeten Gäste eingeladen waren.