Kraftwerk Mitte Dresden

Begründung der Jury

Mit dem Kraftwerk Mitte wurde ein historischer Gebäudekomplex auf einem Areal von 40.000 m2 unter den Auflagen des Denkmalschutzes zu einem kulturellen Zentrum der Stadt Dresden umgestaltet. Identitätsprägende Bauwerke werden geschickt mit neuen Bauwerken ergänzt und durch Veränderung der Innenräume an die zukünftigen Nutzungen angepasst. Durch die Integration vielfältiger kultureller und kreativer Einrichtungen wird ein pulsierendes Stadtquartier geschaffen, das zugleich die neue Heimat der Staatsoperette Dresden und des Theaters der Jungen Generation wird. Durch den behutsamen denk- malpflegerischen Umgang bleibt die historische Bausubstanz erlebbar und die frühere industrielle Nutzung zugleich ablesbar.

1994 wurde das Kraftwerk Mitte abgeschaltet. Ein Innenstadtquartier mit 40.000 m2 war zu revitalisieren. Ideen Dresdner Kulturinitiativen für eine Nutzung des Areals als Kunst- und Kreativstandort führten letztendlich zum Stadtratsbeschluss, mit einem 100 Mio. € Budget einen gemeinsamen Theaterbau für die beiden in Nachkriegsprovi- sorien agierenden Ensembles Staatsoperette Dresden und Theater Junge Generation zu bauen. Die Landeshauptstadt gründete die Kommunale Immobilien Dresden (KID) und beauftragte sie mit dem Erwerb einer Teilfläche von der DREWAG, der Errichtung und dem späteren Betrieb der Spielstätten. Die DREWAG als Eigentümer des Areals nahm diese überzeugende Nutzungsidee auf und konzipierte einen Masterplan für das Gesamtareal. Ziel war die Entwicklung eines lebendigen Standortes für Kultur, Kunst und Kreativität. Die einzigartige historische Industriearchitektur der denkmalgeschützten Bestandsbauten bot die Chance, eine besondere Atmosphäre auf dem Areal zu schaffen und gleichzeitig Räume für moderne Arbeitswelten von Künstlern und Kreativen durch attraktive Mietangebote für Büros, Werkstätten, Ausstellungsräume, Gastronomie, Kino sowie Tanz- und Musizierräume anzubieten.