BIM-Workshop – Von der Theorie zur Praxis
Kaum jeder Zehnte nutzt BIM schon im beruflichen Alltag

Obwohl Building Information Modeling – BIM mittlerweile seit einigen Jahren in aller Munde ist, fehlt es noch immer in der Praxis von vielen kleinen und mittleren Architektur- und Ingenieurbüros. Die Eingangsfrage nach der praktischen Anwendung im beruflichen Alltag beantworteten kaum mehr als 10 % der Teilnehmer des BIM-Workshops, zu dem die Architektenkammer Sachsen gemeinsam mit der Ingenieurkammer Sachsen, der HTW Dresden und der CADsys Vertriebs- und Entwicklungsgesellschaft am 5. September 2017 nach Dresden eingeladen hatte, positiv. Und das obwohl das Publikum ein interdisziplinäres war, was beim Thema BIM auch unabdingbar ist, wie Prof. Christian Clemen von der HTW Dresden als erster Redner betonte. Entlang von sechs Leitthesen erläuterte er zudem die Grundlagen der BIM-Methode.

Darauf aufbauend berichtete Prof. Dr. Peggy Näser von der btu Cottbus – Senftenberg aus dem Bereich der Fabrikplanung von Ihren Erfahrungen. Sie betonte, dass die Vorteile von BIM zwar erkannt werden, die Akzeptanz zur Anwendung aber noch nicht vorhanden ist. Das liegt unter anderem an den fehlenden Standards und rechtlichen Rahmenbedingungen, an den vielfältigen Software-Lösungen und dazugehörigen Austauschformaten aber auch an den vom Auftraggeber geschaffenen Voraussetzungen.

Ben Kreißig und Wenzel Gierlich von der CADsys Vertriebs- und Entwicklungsgesellschaft mbH stellten die wichtigsten Etappen ihres BIM-Stufenplans fu?r die Einführung von BIM im Unternehmen vor. Als Vertreter des BIM Netz- werk Mitteldeutschland betonten auch sie: »BIM bedeutet zusammen arbeiten.«

Mit der BIM-Einführung in Unternehmen oder in das eigene Büro sind nicht unerhebliche Investitionen verbunden. Dafür gibt es in Sachsen vielfältige Fördermöglichkeiten u. a. für Betriebsberatung, Coaching, Weiterbildung und IT- Investitionen. Jörg Salomon von RKW Sachsen empfiehlt, sich dazu bei der SAB Sächsische Aufbaubank als Fördermittelgeber oder der RKW Sachsen als Dienstleister und Berater für den Wirtschaftssektor beraten zu lassen.
Neben den Grundlagen und Rahmenbedingungen, zu denen auch der Vortrag von Rechtsanwalt Prof. Willi Vock von der HTW zu Vertragsgestaltung, Haftungs- und Urheberrechsfragen gehörte, interessierten sich die Teilnehmer aber vor allem für die praktische Anwendung und Beispiele zum Entwerfen und Planen mit BIM. Wie jedoch die eingangs erwähnten 10% erahnen lassen, fehlt es in Sachsen schlicht und ergreifend daran. Mike Hartmann und Danilo Klitzsch gaben dennoch einen guten Einblick in die ersten praktischen Erfahrungen aus ihren Ingenieurbüros u. a. am Beispiel »BIM bei der DB Station&Service AG« und betonten einen großen Vorteil von BIM: »What you see is what you get!«.

Silvio Lux, Freier Architekt und Leiter des Arbeitskreises BIM der AKS, fasste den Ist-Stand mit BIM treffend zusammen: »Mengen und Qualität kann man sich in Listenform auswerfen. Der Rest ist Leidenschaft!« Mit Leidenschaft wird sich der Arbeitskreis auch weiterhin den Entwicklungen rund um BIM widmen.

Marén Schober, Referentin Presse und Öffentlichkeitsarbeit

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Programm des BIM-Workshops