Corona und kein Ende?

Dritte Welle, nach kurzzeitigen Lockerungen bald wohl neuer Lockdown, ein verkorkstes Schuljahr, abgesagte Veranstaltungen, ständige Webkonferenzen und weiterhin keine Chance, irgendetwas für den weiteren Jahresverlauf verlässlich zu planen. Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber ich bin langsam mürbe, und die Mitmenschen reagieren je nach Veranlagung in einer Bandbreite von wütendem Protest bis zu depressiver Resignation. Derweil steigen schon wieder die Zahlen, es sterben (auch jüngere) Menschen und der bisherige Verlauf der deutschen Impfkampagne erinnert ungut an andere verstolperte Großprojekte der vergangenen Jahre.

Der Virus zeigt sich von alldem gänzlich unbeeindruckt und tut, was seine Natur ist: er nutzt jede Gelegenheit sich zu vermehren, passt sich seinem Wirt an und bildet ständig neue Mutationen, von denen sich einige als erfolgreicher herausstellen als die Ursprungsvariante. Hier kann man die Evolution in Echtzeit beobachten. Also keine Hoffnung, nirgendwo?

Nun, wir können froh sein, in dieser Gegenwart zu leben: wir verfügen über digitale Werkzeuge, die es uns erlauben, Arbeitsprozesse und private Interaktion zumindest teilweise trotz räumlicher Trennung zu substituieren. Wissenschaft und Medizintechnik haben einen Stand erreicht, der in kurzer Zeit die Entwicklung von PCR-Tests und wirksamen Impfungen ermöglicht hat und nun preiswerte Antigen-Schnelltests in solchen Stückzahlen auf den Markt zu werfen vermag, dass diese zeitnah zur breiten Anwendung verfügbar sind.

Abgesehen von dem einen kostenlosen Test pro Woche, der jedem Bürger nun zur Verfügung steht, wurde den Selbständigen neu per Verfügung auferlegt, sich selbst im Falle beruflicher Kontakte auf eigene Kosten regelmäßig zu testen und auch ihren Angestellten weitere Tests zu ermöglichen. Über die »übergeholfenen« Kosten dafür kann man sich ärgern, zur Wahrheit gehört aber auch: Das Bauwesen und wir als Architekten gehören zu den durchaus privilegierten Branchen, die vergleichsweise wenig von Einschränkungen betroffen waren und sind – jedenfalls kein Vergleich zu anderen Berufen der Kreativbranche, die seit einem Jahr de facto unter Berufsverbot stehen und in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht sind. Im Baugeschehen hingegen sind die befürchteten Umsatzrückgänge bisher weitgehend ausgeblieben und die Auftragslage vieler Büros ist mit Ausnahme der Innenarchitekt*innen besser als es zu erwarten war.

Vor diesem Hintergrund sollten wir die Unkosten für Schnelltests in den kommenden Wochen als das sehen, was sie sind: vielleicht ärgerliche, aber notwendige und sinnvolle Nebenkosten, die im Rahmen unserer Bürokalkulation tragbar sein sollten, um wieder ein bisschen mehr Normalität im Arbeitsalltag möglich zu machen.

Auf der Kammer-Homepage finden Sie unter www.aksachsen.org/aktuell/Coronavirus laufend aktuelle Informationen zur Pandemie, nunmehr auch einen FAQ des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, mit dem Fragen zur Verpflichtung zum Angebot von Tests sowie zur Testverpflichtung beantwortet werden.  

Corona ist noch lange nicht vorbei, aber die Schnelltests sind ein Hoffnungsschimmer.

In diesem Sinne grüßt Sie

Ihr Präsident
Andreas Wohlfarth