Sächsischer Staatspreis für Baukultur 2019

Ausstellung »Nachhaltig in die Zukunft – Sächsischer Staatspreis für Baukultur 2019« im Zentrum für Baukultur Sachsen

Vernissage am 16. Januar, 18:00 Uhr | Ausstellung vom 17. Januar bis 15. Februar 2020

Unter dem Thema "Nachhaltig in die Zukunft" lobten die Architektenkammer Sachsen, die Ingenieurkammer Sachsen und das Sächsische Staatsministerium des Innern im Jahr 2019 den Sächsischen Staatspreis für Baukultur aus.

Alle Wettbewerbsarbeiten sind nun noch einmal in einer Wanderausstellung zu sehen, die vom 16. Januar bis 15. Februar 2020 im ZfBK – Zentrum für Baukultur Sachsen im Dresdner Kulturpalast (Eingang über Galeriestraße) Halt macht. Zur Vernissage am 16. Januar 2020, 18:00 Uhr laden wir recht herzlich ein. Neben Jörg Mühlberg, Abteilungsleiter im Sächsischen Staatsministerium für Regionalentwicklung, sprechen der Präsident der Architektenkammer Sachsen, Andreas Wohlfarth, sowie Prof. Hubertus Milke, Präsident der Ingenieurkammer Sachsen.

Mit dem Sächsischen Staatspreis für Baukultur werden zum einen Objekte ausgezeichnet, die einem besonderen baukulturellen Anspruch gerecht werden und somit das Niveau der Baukultur im Freistaat Sachsen anheben. Die staatliche Anerkennung soll dabei Bauherren, Architekten und Ingenieure in genau diesem Sinn motivieren. Zum anderen soll der Staatspreis die Bedeutung von Baukultur im öffentlichen Bewusstsein stärker verankern. Architekten, Ingenieure Stadtplaner und Bauherren konnten sowohl Einzelbauvorhaben als auch städtebauliche Planungen einreichen. Der Fokus lag dabei auf flächen- und ressourcenschonenden Planungen sowie deren Umsetzung. Weitere Aspekte waren die Digitalisierung beim Bauen und die Verwendung neuartiger Rohstoffe. Voraussetzung für eine Nominierung war die gemeinsame Bewerbung von Bauherr und Planer, denn Qualität entsteht nur, wenn alle an der Planung und Ausführung beteiligten Partner zusammenwirken.

Aus den 24 Wettbewerbsbeiträgen wählte die Jury das Holzhaus Leipzig-Lindenau als Preisträger aus. Eine Anerkennung erhielten die Bio-Fassade "NFK-Bio LIGHT" in Chemnitz, die Erweiterung des Barkhausenbaus an der TU Dresden, der Umbau des Hauptbahnhofes Chemnitz, der Kulturpalast Dresden und das Kutscherhaus in Dresden.

 

DIE PREISTRÄGER:

Holzhaus Leipzig-Lindenau

Bauherr: Baugemeinschaft Z8 GbR, Leipzig
Entwurfsverfasser: ASUNA – atelier für strategische und nachhaltige architektur, Leipzig

Das Gebäude entsendet eine Botschaft in die Stadt. Nachhaltigkeit entsteht hier durch individuelles Engagement im zivilgesellschaftlichen Zusammenschluss. An einer in Zuschnitt und Lärmbelastung herausfordernden Grundstückssituation werden überzeugende städtebauliche Qualitäten herausgearbeitet. Der Baukörper fasst den Straßenraum und setzt ein positives Zeichen des Wandels. Die Mischnutzung aus Wohnen in den Obergeschossen und Gewerbe im Erd- und 1. Obergeschoss erzeugt einen neuen und lebhaften Baustein für die Stadt der kurzen Wege. Hervorzuheben ist die öffentliche Durchwegungsmöglichkeit auf privatem Grund und die damit einhergehende Vernetzung im Stadtraum. Die Dächer sind mit gemeinschaftlich bewirtschafteten Dachgärten versehen, die eine stadtklimatische Regulierungsfunktion übernehmen. Die Gewerbeflächen bieten eine flexible Umnutzbarkeit und eine langfristige Anpassungsfähigkeit an dynamische wirtschaftliche oder gesellschaftliche Veränderungen. 

Die vielschichtigen Aspekte von Nachhaltigkeit werden integrativ zusammen-geführt: die eingesetzte Massivholzkonstruktion nutzt den nachwachsenden Rohstoff als sichtbares Gestaltungselement. Die Dimensionierung der Holzbauteile ermöglicht eine brandgeschützte Konstruktion ohne zusätzliche Verkleidung. Die Vorfertigung von Wand- und Deckenelementen begünstigt eine kurze Bauzeit. Die Energieversorgung des Gebäudes erfolgt regenerativ durch die Nutzung von Erd- und Luftwärme sowie Solarenergie. Das Regenwasser wird gesammelt und ressourcensparend als Brauchwasser eingesetzt. Das Projekt übernimmt eine Vorbildfunktion hinsichtlich zivilgesellschaftlichen Engagements, gemeinsamen Bauens, der Schaffung von Mehrwerten für die Stadtgesellschaft und der ganzheitlichen Auffassung von Nachhaltigkeit.

 

Die Jury unter Leitung von Alf Furkert, Präsident der Architektenkammer Sachsen, hat zudem fünf weitere Beiträge mit einer Anerkennung ausgezeichnet.

 

Bio-Fassade »NFK-Bio LIGHT« Chemnitz

Anerkennung

Bauherr: richter & heß Verpackungsservice GmbH, Chemnitz
Entwurfsverfasser: fried.A - Büro für Architektur, Chemnitz | TU Chemnitz, Professur Strukturleichtbau & Kunststoffverarbeitung FB Leichtbau im Bauwesen
 

Erweiterung des Barkhausenbaus, TU Dresden

Anerkennung
Bauherr: Freistaat Sachsen, Sächsisches Staatsministerium der Finanzen, Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, NL Dresden II
Entwurfsverfasser: SHP Architekten GmbH, Dresden

Umbau Hauptbahnhof Chemnitz

Anerkennung
Bauherr: Verkehrsverbund Mittelsachsen GmbH, Chemnitz
Entwurfsverfasser: Grüntuch Ernst Architekten, Berlin

Kulturpalast Dresden

Anerkennung

Bauherr: Kommunale Immobilien Dresden GmbH & Co. KG
Entwurfsverfasser: gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner, Berlin | Prof. Pfeiffer & Partner Ingenieurbüro für Tragwerksplanung, Cottbus

Kutscherhaus Dresden

Anerkennung

Bauherr: Katrin Gräf, Gerd Priebe, Dresden
Entwurfsverfasser: Gerd Priebe Architects & Consultants, Dresden

Die Jurybegründung sowie weitere Fotos  uns alle Einreichungen finden Sie in der  Broschüre.

Sehen Sie hier Fotos von der Preisverleihung

Informationen zum Wettbewerb gibt es unter www.staatspreis-baukultur.sachsen.de