Sächsischer Staatspreis für Baukultur

Hochwasserschutz in Grimma erhält den Staatspreis für Baukultur – Staatsminister Schmidt: »Ein Bauwerk mit großem Mehrwert für die Stadt. Herzlichen Glückwunsch nach Grimma!«

 

Das Preisgericht begründet seine Entscheidung wie folgt: »Von dem Jahrhunderthochwasser 2002 waren große Teile der Grimmaer Altstadt betroffen. Die immensen Schäden führten zu dem Entschluss, die Stadt durch eine Schutzanlage vor künftigen Fluten der Mulde zu bewahren. Dies erforderte aufgrund der Lage in einem engen Tal umfangreiche Ingenieurbauwerke, die den zerstörerischen Kräften des Wassers widerstehen können. Das Projekt ‚Hochwasserschutzanlage für Grimma an der Muldeerhält den Sächsischen Staatspreis für Baukultur 2022, weil es in
außergewöhnlicher und beispielhafter Weise zeigt, wie eine solche standortbedingte Komplexität durch behutsame integrierte Planung angegangen werden kann. Der Hochwasserschutz wird durch eine massive Schutzmauer und weitere technische Anlagen sichergestellt. Ein wesentlicher Punkt ist die Schaffung vielfältiger, qualitätsvoller öffentlicher Freiräume in einem Projekt, das zunächst vor allem der Lösung technischer und ökologischer Probleme dienen sollte. Die Hochwasserschutzanlage in Grimma macht deutlich, welche prägende und positive Rolle Architektur und Ingenieurbau bei der Erhaltung, Umwandlung und Schaffung von öffentlichen Räumen spielen können.«

Der Staatspreis ist mit insgesamt 30 000 Euro dotiert. Ein Preisgeld in Höhe von je 10 000 Euro erhalten zu gleichen Teilen der Bauherr, die Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen (Betrieb Elbaue/Mulde/Untere Weiße Elster) und der Entwurfsverfasser, die Arbeitsgruppe Hochwasserschutz der TU Dresden unter Leitung von Herrn Prof. Thomas Will.

Das Preisgericht hat darüber hinaus vier weitere Wettbewerbsbeiträge für eine Anerkennung ausgewählt. Mit je 2 500 Euro wurden heute ausgezeichnet:

  • Skateanlage Parkallee Leipzig-Grünau (Bauherr: Amt für Stadtgrün und Gewässer der Stadt Leipzig, Entwurfsverfasser: GFSL clausen landschaftsarchitekten),

  • Kirche Canitz (Bauherr: Ev.-Luth. Kirchgemeinde Oschatzer Land, Entwurfsverfasser: Peter Zirkel Architekten),

  • Kegelbahn Wülknitz (Bauherr: Gemeinde Wülknitz, Entwurfsverfasser: KO/OK Architektur BDA) und

  • Ourhaus – Kooperatives Wohnprojekt im Leipziger Westen (Bauherr: OurHaus eG, Entwurfsverfasser: Dix Tannhäuser GbR Architektur und Gestaltung).

Die Prämierung »Engere Wahl« erhalten die Beiträge »Kulturforum Synagoge Görlitz« und »Ausbau der Trinitatiskirche Dresden zur Jugendkirche«.
Insgesamt kamen 18 Einreichungen in die Endauswahl des Preisgerichts. Diese Projekte, einschließlich der prämierten Bauwerke, können ab sofort in einer Ausstellung besichtigt werden, die im sächsischen Zentrum für Baukultur (ZfBK) im Dresdner Kulturpalast gezeigt wird.

 

Broschüre Sächsicher Staatspreis für Baukultur 2022