Rückblick zum tag der Architektur 2014

Architektur bewegt – Ausstellung der Kammergruppe Zwickau

Zum Tag der Architektur 2014 in Zwickau trafen mehrere glückliche Umstände zusammen. Der Kunstverein Freunde Aktueller Kunst (FAK) mit seinem Vorsitzenden Klaus Fischer war schon seit längerem daran interessiert, eine Architekturausstellung zu organisieren. Hinzu kam, dass der Architekt Sebastian D. Kriegsmann (6-15-6 büro für architektonisches design) sowohl Mitglied im FAK als auch in der freien stadtplanerischen Initiative »Zwickau 2050« ist. Man stellte sich gemeinsam die Frage »Was hat sich in Zwickau dieses Jahr bewegt?«

Eine Ausstellung lebt von Projekten und Objekten. Aus Ideen werden Initiativen und aus diesen Realisierungen, im Fokus sind daher zunächst Prozesse. Die jetzige Ausstellung beschäftigt sich also mit Effekten, die Architektur erzeugen kann. Effekte – antizipierend, überraschend, überzeugend, nicht-linear, zeitlich relevant, vorausschauend, unerwartet und vor allem eins, engagiert. In »Architektur bewegt« stellen zehn Architektinnen und Architekten ganz individuelle Positionen vor. An der Initiative »Zwickau 2050« sind ungefähr 20 Architekten aus der Kammergruppe Zwickau beteiligt. Für viele dieser Kreativen sind die eingebrachten Überlegungen mit mindestens einem zentralen sinntragenden Effekt verbunden – dem der Vorausschau. »2050« ist eine positive urbane Zukunftsvision, in welche die Kommune, die Wirtschaft und generell die Gesellschaft eingebunden sind. Dies wird im Rahmen der Ausstellung ausdifferenziert in Events wie Architekturvermittlung, Wirtschaftsworkshop, Podiumsdiskussion, Architekturkino oder einer Ausstellungstour. Es wird deutlich, dass eine kontinuierliche und vielfältige Diskussionskultur wichtig ist. Daher ist eine multimediale Ö?ffenlichkeitsarbeit grundlegend, um die Präsenz und Verfügbarkeit von Informationen für jedermann zu gewährleisten.

Sebastian D. Kriegsmann, KG Zwickau

Ansturm auf dem Gartenschaugelände

Noch ist das Gelände für die 7. Sächsische Landesgartenschau in Oelsnitz/Erzgeb. nicht fertig. Trotzdem lockte es rund 600 Interessierte zum »Tag der offenen Baustelle« an. Am 28. Juni 2014 konnten sich alle Neugierigen einen Eindruck von den Baufortschritten auf dem Gartenschaugelände machen, die Landesgartenschaugesellschaft hatte eingeladen. Auf Grund der großen Nachfrage boten die Organisatoren mehrere Geländeführungen an. Ein besonderer Blick bot sich für die Zuschauer am Erzgebirgsbalkon – über die Teichlandschaft kann man gut ins Erzgebirgsvorland schauen. Auch die üppig blühenden Gleisgärten brachten die Besucher zum Staunen.
Gekoppelt war die Veranstaltung mit dem deutschlandweiten »Tag der Architektur«, zu dem jedes Jahr Architekten, Landschaftsarchitekten, Innenarchitekten und Stadtplaner einladen und ihre Bauwerke der Öffentlichkeit präsentieren. Neben dem von den Architekten und Landschaftsarchitekten Rudolph Langner – STATION C23 geplanten Gartenschaugelände und späteren Bürger- und Familienpark war auch das Bahnhofsgebäude für Neugierige geöffnet. Es gab Führungen durch das Gebäude und Gespräche mit Hendrik Heine, Architekt bei Heine Reichold Architekten und Ingenieure aus Lichtenstein/Sa.

Landesgartenschau Oelsnitz/Erzgeb. gGmbH

Tag der Architektur – Dresden versus Plauen

Zum diesjährigen Tag der Architektur traten wir mit zwei Projekten an. Das sanierte und umgebaute Institutsgebäude für Bauingenieurwesen im historischen Uni Campus der TU Dresden präsentierte sich am 28. Juni für fünf Stunden der Öffentlichkeit und die Bauherren eines zeitgenössisch realisierten Einfamilienhauses in Plauen luden Interessierte am 29. Juni zu Führungen ein.
In einer kritischen Reflektion der gezählten Besucher müssen wir feststellen, dass selbst in der Landeshauptstadt ein öffentliches Gebäude mit dem Interesse an einem privaten Bau nicht konkurrieren kann. Wenn sich in Dresden innerhalb von 5 Stunden gerade einmal 25-30 Besucher, meist aus der Nachbarschaft bzw. ehemalige Lehrkräfte der Uni, die umgesetzten Sanierungsmaßnahmen erläutern ließen, zählten wir am Sonntag in Plauen über 250 Besucher innerhalb von zwei Stunden. Interessant für uns war, dass das Plauener Publikum sich breit gemischt zusammensetzte. Berufskollegen, Künstler und Handwerker mischten sich unter Interessierte aus fast allen Altersschichten. Je ein Architekten-Paar aus Bayern und Brandenburg bestätigten uns eine gezielte Anreise, zu dem in der neuen App veröffentlichten Termin.
Aus den Erfahrungen mit dem TdA der letzten Jahre lässt sich aus unserer Sicht konstatieren, dass interessante und vielleicht auch nicht alltägliche Privatprojekte meist auf eine breite Resonanz einer interessierten Öffentlichkeit stießen. Der Aufwand für die Organisation ist meist überschaubar. Mit thematisch ähnlichen Beiträgen lässt sich über die Jahre, bei einer gewissen Kontaktpflege, sogar so etwas wie ein »Stammpublikum« aufbauen. Wir haben beschlossen, geeignete aktuelle Projekte vorausgesetzt, auch künftig den TdA für Öffentlichkeitsarbeit zu nutzen, um das Thema Baukultur möglichst nah an der Basis als erlebbaren Mehrwert zu platzieren.
Ronny Neumann, Neumann Architekten BDA, Plauen

Resonanz zum Tag der Architektur 2014