21.06.2018

Architektur macht Schule – mehr als 100 Schüler präsentieren mit ihren Architekten tolle Projektergebnisse

Pressemeldung
Dresden, 20. Juni 2018

"Architektur macht Schule" hieß es in diesem Jahr für sechs verschiedene Projektgruppen an Sächsischen Schulen. Zum ersten Mal haben die LEADER-Regionen Schönburger Land und Zwickauer Land gemeinsam mit der Stiftung Sächsischer Architekten das Projekt zur Architekturvermittlung erfolgreich durchgeführt. Am 14. Juni fand dazu in der Festscheune in Mülsen die diesjährige Abschlussveranstaltung mit 120 Teilnehmern und interessierten Gästen statt. Die Schüler präsentieren gemeinsam mit ihren Architekten und Lehrern die vielfältigen Ergebnisse. 

Teams aus je einer Schule und einem Architekten erschlossen sich im laufenden Schuljahr Gebäude, Freiräume oder städtebauliche Strukturen. Ergänzend zur theoretischen Annäherung konnten sich die Schüler auch praxisorientiert und künstlerisch mit den Objekten auseinandersetzen. Hoch motiviert, selbstbewusst und mit einer ansteckenden Begeisterung präsentierten die Schüler ihre Ergebnisse. "Dieses Projekt zeigt immer wieder aufs Neue, wie man Architektur mit persönlichem Engagement und jenseits der bekannten Muster auf anspruchsvolle und unterhaltsame Art erklären und vermitteln kann", betonte Liane Remmler, Projektverantwortliche im Stiftungsvorstand. 

Die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 9 und 10 des Europäischen Gymnasiums Waldenburg haben sich im Rahmen des Projekts mit Landschaftsgärten auseinandergesetzt. Unter Anleitung ihrer Lehrer Uwe Schröder, Heike Schreckenbach und Marlies Oehmichen sowie des Landschaftsarchitekten Heiko Strauch haben sie in zwei Teilen das Projekt bearbeitet. Eine Gruppe widmete sich der Rekonstruktion einer Streuobstwiese mit 16 historischen Obstbaumsorten und einer Baumpflanzung in Form einer Eiche auf der Insel im Sauteich (Gondelteich) im historischen englischen Landschaftspark Grünfeld in Waldenburg. Eine zweite Gruppe baute ein Insektenhotel im Gartengelände des Europäischen Gymnasiums in Waldenburg. 

Die Oberschüler der 8. und 9. Klasse der Internationalen Schule Meerane haben sich im Rahmen des Projekts dem Fachwerkbau gewidmet. Ziel war es, Grundlagen für den Bau der Überdachung eines Lehmbackofens zu schaffen und die praktischen Arbeiten dazu zu beginnen. Die Schüler arbeiteten unter Anleitung ihres Lehrers Holger Dörr und der Stadtplanerin Andrea Schreyer. Sie informierten sich über die Technik und Geschichte des Holzfachwerks und beschäftigten sich mit der Geschichte eines von Gehöften in Fachwerkbauweise geprägten Dorfes. Schwerpunkt war die praktische Arbeit mit Holz bis hin zum Bau von Modellen.

Die Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse des Gymnasiums Alexander von Humboldt Werdau haben sich im Rahmen des Projekts mit Schulgebäuden in Werdau auseinandergesetzt. Unter Anleitung der Lehrer Frau Gierschi und Herr Feustel sowie der Architektin Kerstin Bochmann haben sie anschließend ihre eigene Schule analysiert. In fünf Arbeitsgruppen wurden die Nutzungsmöglichkeiten des Daches, die Gestaltung eines grünen Klassenzimmers, Ideen zur Pausenhofgestaltung sowie die Integration eines neuen Speiseraumes in einem neuen Verbindungsbau bzw. im Untergeschoss untersucht. Gearbeitet wurde anhand von Skizzen und Modellen, Architekturdarstellungen und Zeichnungen.

Die Schüler des Vertiefungskurses Kunst des Christoph-Graupner-Gymnasiums in Kirchberg haben anfänglich gar nicht so richtig im Projekt arbeiten wollen, haben dann aber immer mehr Feuer gefangen. In ihrer Präsentation stellten sie anschaulich dar, wie sich das Projekt langsam entwickelte, bis daraus tolle kreative Ideen für die Gestaltung neuer Bänke entwickelt wurden. Auf ihrer Exkursion nach Dresden lernten sie städtische Freiräume kennen und untersuchten dann in ihrem Umfeld die Situation. Die Feststellung, dass oftmals Bänke fehlen, um sich im Freien aufhalten zu können, gab den Anstoß eigene Bänke zu entwickeln. Die Modelle dazu wurden vorgestellt und möglichst bald soll ein Prototyp gebaut werden.

In der Pestalozzi-Oberschule Limbach-Oberfrohna beschäftigten sich die Schüler der 8. Klasse mit einem leer stehenden Industriegebäude der Textilindustrie. Dafür wurde die Industriegeschichte von Limbach-Oberfrohna erforscht, um mehr über das Gebäude zu erfahren. Ein besonderes Highlight war die Exkursion nach Leipzig, wo die Schüler die Baumwollspinnerei kennenlernten. Mit diesen Eindrücken und neuen Inspirationen wurden für das Gebäude in Limbach eigene Vorstellungen für einen Nachnutzung des Gebäudes entwickelt. Interessante Vorschläge waren beispielsweise die Einrichtung einer Bibliothek und einer Hochschule.

Die Zehntklässler des Julius-Motteler-Gymnasiums in Crimmitschau beschäftigten sich in ihrem Projekt mit den umliegenden Dörfern ihrer Stadt. Dazu wurde jedes der sieben Dörfer untersucht und deren Entstehungsgeschichte recherchiert. Mit Hilfe von handgezeichneten Schwarzplänen arbeiteten die Schüler typische Dorfstrukturen heraus und analysierten die baulichen Veränderungen. Anschließend erforschten sie das jeweilige Dorf und seine Besonderheiten vor Ort und befragten die Bewohner nach ihrem Leben im Dorf. Herausgekommen sind interessante Ansätze, um das Leben im Dorf zu verbessern. Z. B. sollten mehr Räume und Plätze für die Kommunikation der Dorfbewohner untereinander und mehr mobile Angebote geschaffen werden. 

Mehr zu dem Projekt finden Sie unter: www.stiftung-saechsischer-architekten.de


Das Projekt wurde aus Mitteln der Europäischen Union gefördert.
Information zu den LEADER-Regionen finden Sie hier:
www.region-schoenburgerland.de
www.zukunftsregion-zwickau.eu


Stiftung Sächsischer Architekten
Dr. Susann Buttolo | Kustodin 
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