16.06.2022

Mehr Verbindlichkeit beim Klimaschutz

Die Päpstliche Akademie der Wissenschaften und die Potsdamer Initiative Bauhaus der Erde waren am 9./10. Juni 2022 gemeinsam Gastgeber für die zweitägige, hochkarätig besetzte Konferenz »Reconstructing the Future« in Rom. Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen und die deutsche Bauministerin Klara Geywitz sprachen mit Pritzker-Preisträger Diébédo Francis Kéré und weiteren einflussreichen Architektinnen und Architekten aller Fachrichtungen über den durch den Menschen verursachten Klimawandel, den Verlust der Artenvielfalt und die Bedeutung der gesamten Wertschöpfungskette Bau für Lösungswege aus der Nachhaltigkeitskrise. Auch Andrea Gebhard, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer war als Rednerin eingeladen, um über die Verflechtung von anthropogenen und natürlichen Elementen in Städten und Landschaften zu sprechen und welches Potenzial daraus für unsere Gesellschaft erwachsen kann.

Die Konferenz endete mit der Verabschiedung der Charter of Rome »Toward re-entanglement: A Charter for the City and the Earth« (Charter of Rome in englischer, deutscher und französischer Version).

»In Rom war nicht das Ziel, neue Erkenntnisse zusammenzutragen, sondern der Tragweite unseres klimaschädlichen Handelns erneut mehr Gewicht zu verleihen. Die hochkarätige Besetzung ist eine Chance auf mehr Sichtbarkeit, damit die Veränderungen - und auch Anstrengungen - von so vielen Menschen wie möglich mitgetragen werden,« betont Andrea Gebhard. »Was wir jetzt ganz klar brauchen, sind verbindliche Klimaschutzmaßnahmen auf der regulatorischen Ebene. Es reicht längst nicht mehr aus, sich auf die guten Absichten Einzelner zu verlassen. Wir brauchen konkrete Umsetzungsschritte und eine verlässliche wie auch verbindliche Zeitschiene, die vor allem eines im Blick hat: die planetaren Grenzen. Lasst uns die Stadt als Garten denken, CO2-Senken bauen, Gebäude als Rohstofflager wertschätzen. Wo das klimaschützende Handeln im Konflikt steht mit Wirtschaftlichkeit und Akzeptanz, müssen Politik wie Gesellschaft bereit sein, durch Förderung zu kompensieren oder bisheriges klimaschädliches Handeln zu unterbinden.«

Die Entwicklung unseres Klimas richtet sich vor allem danach, wieviel Treibhausgase in der Atmosphäre sind. Es gibt ein CO2-Budget, das nicht überschritten werden darf. Daran muss sich unser Handeln ausrichten sowie notwendige Maßnahmen und eine Zeitschiene definiert werden.

Die Politik muss mit Entschlossenheit Leitplanken und verbindliche Stufenpläne aufstellen. Dies hilft auch den Planerinnen und Planern, denn sie können sich an eindeutig definierten Anforderungen orientieren ohne immer wieder Überzeugungsarbeit leisten zu müssen. Bauherrinnen und Bauherren wiederum bekommen auf diese Weise Planungssicherheit.

Die Bundesarchitektenkammer fordert z. B. seit langem die Änderung der Musterbauordnung in eine Umbauordnung. Der Schlüssel auf dem Weg zu einem Co2-neutralen Gebäudebestand liegt darin, die in den Baumaterialien gebundene Energie sowohl im Neubau als insbesondere im Bestand von Beginn an als Ressource zu planen. Als Eckpfeiler der deutschen Wirtschaft kann der Planungs- und Bausektor einen erheblichen Beitrag zur Umsetzung der gewaltigen Herausforderungen für unsere globale Umwelt. 

Gruppenfoto als Download (Credit: Gabriella Clare Marino)

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CATHRIN URBANEK
REFERATSLEITERIN ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
ARCHITEKTIN

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