Vorübergehende und gelegentliche Dienstleistungserbringung im Freistaat Sachsen

Führen der Berufsbezeichnung durch auswärtige Architekten und Stadtplaner ohne Listeneintragung laut §§ 35, 36 SächsArchG

Ein Dienstleister, der in der Bundesrepublik Deutschland weder Wohnung noch eine Niederlassung hat noch seinen Beruf hier überwiegend ausübt, hat das erstmalige Erbringen von Dienstleistungen als Architekt, Innenarchitekt, Landschaftsarchitekt oder Stadtplaner im Freistaat Sachsen vorher der Architektenkammer Sachsen schriftlich anzuzeigen.

Er wird in das »Verzeichnis für auswärtige Architekten und Stadtplaner« eingetragen. Es entstehen keine zusätzlichen Kosten.

 Zusammen mit der Anzeige hat der Dienstleister folgende Nachweise vorzulegen:

  • Identitätsnachweis (Staatsangehörigkeit)
  • Nachweis über Berufsqualifikation,
  • ggf. Nachweis über Haftpflichtversicherung
  • wenn der Beruf oder die Ausbildung im Herkunfstland reglementiert ist, eine Bescheinigung darüber, dass er in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem diesen durch Abkommen gleichgestellten Staat rechtmäßig zur Ausübung der betreffenden Tätigkeit niedergelassen ist und dass ihm die Ausübung dieser Tätigkeit zum Zeitpunkt der Vorlage der Bescheinigung nicht, auch nicht vorübergehend, untersagt ist,
  • Für den Fall, dass weder der Beruf noch die Ausbildung zu diesem Beruf im Niederlassungsmitgliedsstaat reglementiert ist, ist ein Nachweis in beliebiger Form  darüber zu erbringen, dass der Dienstleister die betreffende Tätigkeit während der vorhergehenden zehn Jahre mindestens ein Jahr lang in Vollzeit oder einer entsprechenden Gesamtdauer in Teilzeit ausgeübt hat.

Zum Antragsformular: Auswärtige Architekten (ausfüllbar im Safari)

Die Eintragung in das »Verzeichnis der auswärtigen Architekten und Stadtplaner« ist nur möglich, wenn es sich um eine vorübergehende und gelegentliche Ausübung des Berufs (Dienstleistung) im Freistaat Sachsen handelt. Wer jedoch die Berufsbezeichnung Architekt, Innenarchitekt, Landschaftsarchitekt oder Stadtplaner führen möchte und sich zur Berufsausübung im Freistaat Sachsen niederlassen will, muss sich in die Architekten- oder Stadtplanerliste eintragen lassen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier

Von der Architektenkammer Sachsen wird eine Bescheinigung über die Eintragung in das »Verzeichnis für auswärtige Architekten und Stadtplaner« ausgestellt. Die Gültigkeit der Bescheinigung ist auf ein Jahr befristet. Die Anzeige ist einmal jährlich in beliebiger Form zu erneuern, wenn der Dienstleister beabsichtigt, während des betreffenden Jahres erneut Dienstleistungen im Freistaat Sachsen zu erbringen. Sofern der Dienstleister über einen Europäischen Berufsausweis verfügt, ist die Anzeige nach 18 Monaten zu erneuern.

Mit Eintragung in das «Verzeichnis der auswärtigen Architekten und Stadtplaner« ist der Dienstleister zur Einhaltung der Berufspflichten nach § 3SächsArchG verpflichtet.

Auswärtige Gesellschaften nach § 11 SächsArchG

Eine Gesellschaft, die ihren Sitz nicht in der Bundesrepublik Deutschland hat (auswärtige Gesellschaft) darf in ihrer Firma oder in ihrem Namen die geschützte Berufsbezeichnung Architekt, Innenarchitekt, Landschaftsarchitekt oder Stadtplaner, auch Wortverbindungen damit oder ähnliche Berufsbezeichnungen nur führen, wenn sie nach dem Recht ihres Herkunftsstaates befugt sind, diese oder vergleichbare Berufsbezeichnungen in ihrer Firma oder ihrem Namen zu führen.

Die auswärtigen Gesellschaften haben die erstmalige Erbringung von Leistungen im Freistaat Sachsen zuvor der Architektenkammer Sachsen anzuzeigen. Die Anzeige erfolgt formlos.

Vorzulegen sind:

  • Nachweis, dass die Gesellschaft, ihre Gesellschafter und gesetzlichen Vertreter die betreffende Tätigkeit nach dem Recht des Herkunftsstaates der Gesellschaft rechtmäßig ausüben.
  • Nachweis über eine abgeschlossene Haftpflichtversicherung.
  • Nachweis, dass die Gesellschaft ihren Sitz außerhalb der Bundesrepublik Deutschland hat, der Gesellschaftsvertrag oder die Satzung aber die übrigen Voraussetzungen des § 9 Abs. 3 erfüllt.

Die Architektenkammer Sachsen untersagt diesen Gesellschaften das Führen der Berufsbezeichnung, wenn sie auf Verlangen die o.g. Nachweise nicht vorlegen.

Die auswärtigen Gesellschaften haben die Berufspflichten gemäß § 3 SächsArchG zu beachten.

Einheitlicher Ansprechpartner

im Sinne der EU-Dienstleistungsrichtlinie ist die Landesdirektion Leipzig
Braustraße 2, 04107 Leipzig

Telefon: (+49) (0)341-9 77 10 8 -0/1/2/3
Telefax: (+49) (0)341-9 77 11 99
E-Mail: ea©lds.sachsen.de
Internet: www.ea.sachsen.de