Wolfgang Hänsch

Ein kulturhistorisch besonders bedeutender Nachlass in den Beständen des Archivs der Stiftung Sächsischer Architekten ist der des Architekten Wolfgang Hänsch (1929-2013), der nicht nur als Architekt der Dresdner Moderne gilt, sondern vor allem auch als Architekt des Wiederaufbaus der Semperoper Dresden in Erinnerung bleibt.

Wolfgang Hänsch avancierte nach der Einführung des modernen Bauens und den industriellen Baumethoden binnen weniger Jahre zu einem der bedeutendsten modernen Architekten der DDR, dessen Werke im In- und Ausland besondere Anerkennung fanden. Einige seiner wichtigsten Beiträge zum Wiederaufbau und Neubau in Dresden sind die Wohn- und Geschäftsbebauung an der Borsbergstraße in Dresden-Striesen, die Ladenpassage Webergasse als hofseitige Bebauung der Altmarkt-Westseite (1958-64), der Druckereikomplex „Sächsische Zeitung“ mit dem Verlagshochhaus „Haus der Presse“ an der Ostra-Allee (1958-1967). Die Höhepunkte in Wolfgang Hänschs Schaffen bildeten der Dresdner Kulturpalast (1962-69) und der Wiederaufbau der Semperoper (1977-85). Nach der deutsch-deutschen Wiedervereinigung war Wolfgang Hänsch als selbständiger Architekt erfolgreich. Auch in dieser Zeit konnte er große Bauvorhaben verwirklichen, unter anderem den Umbau des Dresdner Schauspielhauses (1992-95) mit Teilrekonstruktion des Zuschauerraumes und die Sanierung des Rathauses in Pirna (ebenfalls teilweise Rekonstruktion). Zudem versuchte Wolfgang Hänsch, sich mit Machbarkeitsstudien und Ideenentwürfen in verschiedene von der Stadt Dresden entwickelte Modernisierungspläne (beispielsweise zum Kulturpalast oder am Neumarkt/Museum für moderne Kunst) einzubringen. Als Anerkennung seiner Verdienste beim Wiederaufbau der Stadt Dresden, allen voran beim Bau des Kulturpalastes und dem Wiederaufbau der Semperoper, verlieh ihm TU Dresden am 18. Juni 2009 die Ehrendoktorwürde.

Auf persönlichen Wunsch von Wolfgang Hänsch kam der Nachlass kurz nach seinem Tor in das Archiv der Stiftung Sächsischer Architekten. Er umfasst etwa 200 Architekturzeichnungen und Pläne, eine Fotosammlung von etwa 1.200 Einheiten, ca. 3 laufende Meter Schriftgut und etwa 75 Exemplare architekturbezogene Literatur.