21.03.2019

Alles neu oder doch nicht? – Die VwV TB und das geänderte Bauproduktenrecht

Donnerstag, 21.03.2019, 9:00–16:30 Uhr



Die Verwaltungsvorschrift zur Einführung Technischer Baubestimmungen (VwV TB) gilt seit dem 12.01.2018 (mit Stand 15.12.2017) in Sachsen als eingeführte technische Baubestimmung. Viele Kollegen scheuen jedoch die Auseinandersetzung mit dieser, allein da diese mit 338 Seiten schon ein recht sperriges Regelwerk ist.
In den meisten Teilen enthält die VwV TB jedoch nichts Neues. Es werden nur Regelungen, die bisher viele Einzelvorschriften waren, in einem Regelwerk zusammengefasst.

Die Weiterbildungsveranstaltung informiert im ersten Teil über die Gliederung der VwV TB und wo jetzt was geregelt wird. Es soll als Anleitung dienen, die VwV TB in der Praxis schnell und effektiv anwenden zu können.

Größere Umwälzungen gab es in den letzten Jahren aber im Bauproduktenrecht. Der Anteil der national geregelten Bauprodukte (mit Ü-Zeichen) ist rückläufig. Gleichzeitig nehmen die europäisch geregelten Bauprodukte (nach europäischen Normen hEN bzw. europäischen Bewertungsdokument EAD mit CE-Zeichen) zu. In der Praxis hat sich herausgestellt, dass in den hEN bzw. EAD wesentliche Produkteigenschaften teilweise nicht geregelt wurden (siehe Prioritätenliste des DIBt vom 12.12.2017). Nach einer kurzen Phase der Doppelkennzeichnung dieser Bauprodukte mit CE und Ü-Zeichen wurde diese Praxis wegen des EUGH-Urteils RS C-100/13 vom 16.10.2014 verboten. Die Folge war zuerst die teilweise Aussetzung der Bauregelliste B Teil 1 und später die komplette Streichung der Bauregelliste B Teil 1.

Damit ist eine Situation entstanden, die die Planer und Anwender von Bauprodukten vor neue Herausforderungen stellt. Da die bauordnungsrechtlichen Anforderungen gleich geblieben sind, diese Anforderungen aber teilweise nicht aus den Leistungserklärungen zu den CE-Zeichen erkennbar sind, entstehen Unsicherheiten und Lücken. Die bisherige Praxis, dass mit einem Bauprodukt mit Ü-Zeichen eine hinreichend gesicherte Brauchbarkeitsvermutung einhergeht, ist mit den CE-Zeichen nicht mehr gegeben.

Die Planer und Anwender stehen vor der Herausforderung, die Verwendbarkeit eines Bauproduktes im jeweils konkreten Fall mit den bauordnungsrechtlichen Anforderungen abzugleichen. Auf die Planer kommt die Aufgabe zu, die bauordnungsrechtlichen Anforderungen auch bei unvollständig geregelten Bauprodukten festzulegen und in Ausschreibungen rechtssicher zu formulieren.

Im zweiten Teil informiert die Weiterbildungsveranstaltung zum Bauproduktenrecht, wo jetzt was in der VwV TB geregelt wird und gibt einen Überblick über den aktuellen Stand und welche Entwicklung zu erwarten sind. Weiterhin sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie unvollständig geregelte Bauprodukte angewendet werden sollen.




Referenten:
Dipl.-Ing. G. Ohme, Freier Architekt, Prüfingenieur für Brandschutz, Sachverständiger für vorbeugenden Brandschutz, Weinböhla

Ort:
Haus der Architekten, Goetheallee 37, 01309 Dresden

Gebühr:
€ 120,- für Mitglieder AKS, IKS und anderer LK sowie deren Mitarbeiter, Mitarbeiter öffentlichen Dienst
€ 60,- für ermäßigte Architekten und Ingenieure, Studenten
€ 240,- für Gäste



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