Architekturpreis 16 der TU Dresden

Ausstellung vom 14. November 2019 bis 5. Januar 2020

Vernissage am 5. Dezember, 18:00 Uhr im Haus der Architekten

Unsere  Erinnerungen  an  Architektur  und  Räume  haben  wir  häufig  visuell, also als Bildsammlungen abgespeichert, aus denen wir unsere Fähigkeit  nehmen,  Räume  und  Architekturen  zu  bewerten.  Diese  »visuellen  Gedankenwelten«  dienen  oftmals  dem  Einfangen  einer  Stimmung, aber auch einer direkten Assoziation. Besonders spannend ist es, wenn diese Elemente ganz unterschiedlicher Genese sind – eine Farbkombination, ein handwerkliches Detail, eine Oberfläche oder der Schnappschuss  eines  besonderen  Moments  –  und  wenn  sie  in  einer  Sammlung  miteinander  in  einen  Zusammenhang  gestellt  werden.  Durch die Überlagerung solch verschiedener Referenzen entsteht eine neue Entwurfsidee, ein neues Patchwork aus alten Mustern.Die  architektonische  Erfindung  ist  für  uns  Teil  der  oben  beschriebenen  Handlungskette.  Das  Entwerfen  dreht  sich  dabei  natürlich  nicht  ausschließlich  um  Referenzen  und  Assoziationen.  Funktion,  technische  und  andere  normative  Vorgaben  haben  berechtigten  Einfluss  auf  den  Gestaltungsspielraum  von  Architekten  und  finden  auch  Einfluss  in  die  Lehre. Wenn über das Entwerfen gesprochen wird, dann wird vielfach, vor  allem  außerhalb  des  universitären  Leben,  über  technische  und  funktionale Gegebenheiten gesprochen und die anderen, weniger greifbaren  Aspekte  werden  in  den  Hintergrund  gedrängt.  Das  Zusammensetzen der Referenzen zu einer Sammlung aus Bildern kann Ausgangspunkt für den Entwurf sein, ein Leitfaden und ein Mittel der Kommunikation.  Es  schafft  die  Möglichkeit,  sich  über  die  entwurflichen  Ziele  konkret zu unterhalten, ohne bereits zu früh finale Formen oder ein finales Aussehen im Kopf zu schaffen. Die Vielfältigkeit der Auswahl und auch die kritische Masse an Referenzen sind dabei durchaus von Belang. Durch sie bleiben unterschiedliche, auch einander entgegengesetzte Aussagen nebeneinander  stehen.  Und  dadurch  kann  etwas  Authentisches  und  Widersprüchliches entstehen, was zu unserer Welt doch gut passt. Der Architekturpreis versteht sich als Plattform unserer Architekturfakultät und macht einen Querschnitt von Entwürfen und Projekten der Studierenden und der »visuellen Gedankenwelt« öffentlich sichtbar. Austausch, Diskussion und auch Inspiration werden so ermöglicht!In diesem Jahr wurden 160 Arbeiten aus den letzten beiden Semestern aus  Architektur  und  Landschaftsarchitektur  eingereicht,  um  sich  dem  Urteil der Jury zu stellen. Die große Menge und Vielfalt der Einreichungen spiegelt die geleistete Arbeit an der Fakultät Architektur und Landschaftsarchitektur wider und lässt erahnen, wie viel Arbeit und Diskurs in jedes einzelne Projekt geflossen ist. Die national und international besetzte Jury aus Architekten und Landschaftsarchitekten hatte keine leichte Aufgabe damit,  die  80  qualitätvollen  Projekte  der  Endrunde  zu  analysieren,  zu  sortieren  und  zu  jurieren.  Am  16.  August  2019  fand  im  Zentralwerk  in  Pieschen  die  feierliche  Preisverleihung  des  Architekturpreise  statt.  Der  Architekt  Maximilian  Meixner  vom  Büro  istarchitektur  aus  Dresden  hat  sechs  gleichwertige  Preise  an  Studierende  der  Fakultät  Architektur  und  Landschaftsarchitektur überreicht.

Die diesjährigen Preisträger des Architekturpreises  »AP16«  sind:  Jana  Läpple,  Theresa  Proske,  Anna  Furian,  Maximilia  Ott,  Cornelius  Thiele  und  das  Landschaftsarchitektenteam  Jonathan Sironi und Marie-Luise Tschirner. Die Preisträger und eine Auswahl der Einreichungen sind nun im Haus der Architekten zu sehen.