BIM–Netzwerktreffen: Building Information Modeling und die öffentliche Hand

Zum 2. BIM-Netzwerktreffen am 2. Oktober 2018 luden die Architekten-kammer Sachsen und die Ingenieurkammer Sachen zum gemeinsamen Dialog mit Vertreten aus sächsischen Ministerien und Landesverwaltungen ein.
Während es beim ersten Kennenlerntreffen im Januar dieses Jahres insbesondere um die Möglichkeiten der Zusammenarbeit hinsichtlich eines einheitlichen und qualitätsgesicherten BIM-Fortbildungsstandards ging, stand beim 2. Treffen in Dresden die Rolle der öffentlichen Hand im Fokus.


Die Digitalisierung als Querschnittsthema hat mittlerweile für alle Tätigkeitsbereiche der öffentlichen Hand eine große Bedeutung, dennoch sind die Arbeitsstände bei der Einführung von BIM noch recht unterschiedlich, das ergaben die jeweiligen Tätigkeitsberichte von LTV, SIB und SMWA (LASuV und LISt). Während die Landestalsperrenverwaltung (LTV) mit BIM noch vor dem Anfang steht, laufen beim Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) bereits mehrere Pilotvorhaben. Weiter wurde berichtet, dass die Auftraggeber-Informationsanforderungen, kurz AIA, als Verwaltungsvorschrift mit Festlegungen der Anforderungen bis hin zu Prüfformularen kurz vor der Einführung stehen. Aktuell wird an einem medienbruchfreien Abrechnungstool gearbeitet. Die Einführung ist für Oktober 2019 geplant. Beim Straßenbau wird der 3-Stufenplan des BMVI (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur) mit den zuständigen Landesbehörden umgesetzt, nach dem BIM für alle neu zu planenden Projekte im gesamten Bundesverkehrsinfrastrukturbau in Deutschland ab 2020 verpflichtend vorgeschrieben ist. Derzeit laufen in Sachsen dazu zwei Pilotprojekte.
Mit dem Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste (SID) hat die sächsische Landesverwaltung einen zentralen IT-Dienstleister, der durch den Einsatz modernster Informationstechnik die Erledigung von Verwaltungsaufgaben unterstützt. Als zentraler Ansprechpartner für alle IT-Belange bietet er qualitativ hochwertige, zuverlässige und serviceorientierte IT-Lösungen.

Nach dem Abgleich der Aktivitäten wurde von den Arbeitskreisen BIM der AKS und IKS die Idee eines BIM-Kompetenzzentrums Sachsen vorgetragen, als eine Plattform für die Vernetzung aller beteiligten Akteure (Planen, Bauen und Betreiben). Mögliches Ziel ist die organisatorische Bündelung der Kompetenzen im Land Sachsen im Bereich Digitales Planen und Bauen sowie die Koordination auf nationaler Ebene. Im Ergebnis lässt sich so ein Vorhaben aber nur dann umsetzen, wenn dies die Landespolitik initiiert und weiter auf die einzelnen Ressorts herunterbricht. Die Sächsische Staatregierung hat die Digitalisierung bereits zur Chefsache erklärt.

Annett Markewitz, Referentin, Fort- und Weiterbildung | Wettbewerb und Vergabe
Silvio Lux, Leiter Arbeitskreis BIM