Forum Stadtgrün
Dresden

Konferenzen und Foren

29. Forum Stadtgrün „Bäume als Helden gegen Hitze“
am 10. November 2025 im Stadtmuseum Dresden

In Kooperation von Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft Dresden, Bund Deutscher Landschaftsarchitekt:innen bdla, Landesverband Sachsen , Architektenkammer Sachsen und dem Verband Garten- Landschafts- und Sportplatzbau Sachen e. V. stand das 29. Forum Stadtgrün Dresden am 10. November 2025 unter dem Motto „Bäume als Helden gegen Hitze“.

Dr. Sascha Döll, seit Januar 2025 Amtsleiter des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft Dresden, würdigte den Wert des Forums als außerordentlich lange bestehendes Format, bei dem fachlicher Austausch und Vernetzung der grünen Branche gelebt und vertieft werden.

Mit Bezug auf das Tagungsthema wurde herausgestellt, dass Bäume wirkliche Alltagshelden sind, die außergewöhnliche Leistungen erbringen und dabei gleichzeitig eigene Nachteile in Kauf nehmen.

Tobias Baldauf, Landschaftsarchitekt und Stadtplaner, bauchplan ).(, München, regte in seinem Vortrag „#schwammdrunter – form follows climate!“ an, Prozesse und Abläufe vor die detaillierte Idee zu stellen und eine neue Nachhaltigkeitsdiskussion auf den Handlungsebenen Klimaschutz, Klimaanpassung und Klimaerfahrbarkeit zu führen. Er stellte die von bauchplan ).( entwickelten 20 Thesen vor und ging auf Themen wie Baumbestand trotz Tiefgarage, Tausalzproblematik und den Trend zu kleinerer Pflanzware im Kontext mit Verbundpflanzungen ein. Baldauf unterstrich, dass ein Baum Aufwand und Sorgfalt bedeutet; es sich lohnt, über Bäume zu streiten und es mit Teamarbeit, multipler Expertise und fachübergreifender Zusammenarbeit möglich ist, Fehler zu korrigieren und Stadträume mit Baumpflanzungen entstehen zu lassen, die nachhaltig auf Stadtklima und Lebensqualität wirken.

Nora Huxmann, Juniorprofessorin für Pflanzenverwendung, TU Dresden, betonte in ihrem Impulsvortrag den Wert der Vernetzung von Forschung und Praxis und ging auf die Anwendung von Forschungsergebnissen in der Praxis ein. Für eine resiliente Stadtvegetation gilt es, Antworten zu finden auf Fragen wie „Was sind die richtigen, die guten Pflanzen?“, „Was pflanzen wir in Zukunft?“, oder „Wie integrieren wir Bäume in die Stadt?“. Nora Huxmann begrüßte die Möglichkeit, dass das diesjährige Forum Stadtgrün eine Plattform bietet, Einblicke in Promotions-, Master- und Semesterarbeiten zu geben. In diesem Kontext stellten sich vor:

  • Dr. Daniel Blume mit seiner Promotionsarbeit „Welche Baumlisten funktionieren im urbanen Raum?
  • Annika Unold mit ihrer Seminararbeit „Experimentelle Stadtbegrünungen durch Klima-Analogregionen“ (Masterstudium an der TU Dresden)
  • Ole Franke mit seiner Masterarbeit „Bestand und Sukzession als Gestaltungschance in Gartenschauen“

Die Sachverständige für Bäume und Baumgutachterin Daniela Antoni verdeutlichte in ihrem sehr praxisbezogenen Vortrag, wie es gelingt, Pilzbefall an Bestandsbäumen zu verhindern, warum es wichtig ist, Aufgrabungen zu dokumentieren und weshalb der erste Blick bei der Vitalitätskontrolle der Baumkrone gelten muss.

Dr. Susanne Böll, Diplombiologin und Projektleiterin des Forschungsprojektes „Stadtgrün 2021“, stellte auf Basis wissenschaftlich gesicherter Erkenntnisse den Zusammenhang zwischen der Vitalität der Straßenbäume und der Artenvielfalt in den Kronen von Straßenbäumen vor: So hat die Herkunft der Baumarten wenig Einfluss auf die Artenvielfalt der auf Bäumen lebenden Insekten. Beobachtet wurde, dass erdbewohnende Insekten und Bewohner der Krautschicht in Baumkronen flüchten, wenn ihre eigentlichen Lebensräume wegen Trockenheit und hohen Temperaturen nicht mehr funktionieren. Eine ausgewogene und vielfältige Unterpflanzung von Bäumen ist demzufolge unerlässlich als Lebensraum sowohl für erd- als auch baumbewohnende Insekten.

Christoph May, Geschäftsführer der May Landschaftsbau GmbH & Co. KG, schilderte seine Erfahrungen im Zusammenhang mit der Landesgartenschau in Feldkirchen (2024). Von der Rolle von Gartenschauen, deren Zielgruppen, über Pflegebudgets der Kommunen, Bürgerbeteiligung, Vernetzung der Partner, Einbindung von Forschungsprojekten bis zu Ehrenamt, Fördermittelakquise oder Umgang mit invasiven Arten reichte der Rückblick – Inspiration und Anregung für zukünftige Gartenschauen und viele Projekte im Stadtgrün.

Auch das Forum Stadtgrün 2025 verdeutlichte, dass Stadtgrünerhalt und -entwicklung interdisziplinäre und netzwerkende Zusammenarbeit und Verantwortung bedeutet: von Biologie über Forstwirtschaft, Gartenbau, Landschaftsarchitektur, von Forschung über Planung zur Ausführung, Berufsnachwuchs und Erfahrung, von der Kommune als Auftraggeber über Bürgerbeteiligung in Verbindung zu berufsständischen Verbänden.

Das 30. Forum Stadtgrün Dresden findet am 9. November 2026 statt.