Schulbaukonferenz
Sachsen
Konferenzen und Foren

Schulbaukonferenz 2025 in der Johanna-Moosdorf-Schule in Leipzig
Am Vorabend der Schulbaukonferenz fanden im Kammerbüro Leipzig in legerer Atmosphäre bei Wein und Limo acht gutbesuchte und breit gefächerte Pecha Kucha Kurzvorträge statt. Die Kurzvorträge zur Leistungsphase 10, über Schulprojektvorstellungen, Forschungen der TU Dresden zur Inklusion in Schulen und weiteren Themen waren eine gute Einstimmung auf den folgenden Tag. Der letzte Kurzvortrag handelte über den Schulalltag und die praktische Nutzung der Johanna-Moosdorf-Schule Leipzig, dem Veranstaltungsort der Schulbaukonferenz selbst und stellte eine ideale Überleitung für den Freitag dar.
Über 120 Teilnehmer aus Städten, Gemeinden, Schulämtern und Planungsbüros nahmen an der 5. Schulbaukonferenz Sachsen in der Johanna-Moosdorf-Schule in Leipzig am 24. Oktober 2025 teil. Auch wenn aufgrund der derzeitigen Haushaltssituation in Sachsen der Schulbau nicht mehr in der Intensität der letzten Jahre fortgeführt werden kann, hat das Thema nach wie vor eine hohe Relevanz.
Am Vormittag fanden Vorträge zu folgenden vier Schwerpunktthemen statt: Andrea Bernhardt und Jens Riedel von den Kommunalen Wasserwerken Leipzig haben aus Sicht der öffentlichen Ver- und Entsorger zum Regenwassermanagement im Schulbau referiert. Die Empfehlung einer frühen Einbindung der Behörden in die Planung wurde anhand von komplexen Abhängigkeiten plausibel vermittelt.
Anhand von fünf in der Schwierigkeit abgestuften Praxisbeispielen erläuterte Henning Seidler von EVERGREEN Landschaftsarchiteken die Möglichkeiten des nachhaltigen Umgangs mit Regenwasser auf Schulgrundstücken und die Zuständigkeiten in der Fachplanerschaft.
Compartments – die Nutzungseinheit aus bauordnungsrechtlicher Sicht wurden von Daniel Voigt, Leiter Untere Bauaufsicht II, Stadt Leipzig dargestellt. Anhand von Beispielen aus anderen Bundesländern wurden Lösungswege der bauordnungsrechtlichen Herangehensweise dargestellt. In Sachsen liegt derzeit keine eindeutige Regelung vor und damit findet eine uneinheitliche Auslegung in den Kommunen statt. Herr Voigt empfiehlt daher unbedingt zu Planungsbeginn eine Abstimmung zwischen allen fachlich Beteiligten wie u.a. Konzeptersteller, PI für Brandschutz und Bauaufsicht zu führen.
Durch Dirk Fellendorf, Fellendorf GmbH, wurden als Praxisbeispiele zwei Schulneubauten und eine Schulsanierung zur Clusterschule anschaulich vorgestellt.
Nach einer kommunikativen Kaffeepause ging es mit dem dritten Themenblock, vorgetragen durch Nadine Merkla, Merkla Architektur, zu BNB Zertifizierungen und Lebenszykluskosten (LCC) weiter. Der Anteil der Betriebs- und Folgekosten übersteigt die Herstellungskosten bei einer 50-jährigen Betrachtung erheblich. Daher ihr Appell, im Rahmen der Planung die Bewirtschaftungskosten im Blick zu behalten. Hierzu wurden zahlreiche Beispiele präsentiert.
Den letzten Themenblock zu zeitgemäßen Innenräumen im Bildungsbau eröffnete Volker Giezek, CODE UNIQUE Architekten, mit einem bildermächtigen Vortrag zu "Raumfolgen – Neubau der Oberschule am Hartmannplatz, Chemnitz".
Unser Gast aus Dänemark Rune Dybkjær, MNT Arkitekter, beendete den Vortragsblock mit Berichten zu Projekten aus Dänemark im Bildungsbau mit besonderem Fokus auf die Innenarchitektur der Struer Fri Fagskole, einer Bildungseinrichtung für verhaltensgestörte Kinder. In seiner Arbeit standen die Schüler und ihre Bedürfnisse im Vordergrund.
Nachmittags konnten die Themenblöcke in Arbeitsgruppen vertiefend und detailliert mit den Experten diskutiert werden. Eine Schlußvorstellung aller Expertengruppen beendete den Vortragsteil der Konferenz. Mit einer sehr gelungenen Führung durch das Haus und durch die Freianlagen endete die Schulbaukonferenz.
Durch Michael Kaune, der uns mit viel Fingerspitzengefühl durch den Tag führte, wurde auch das Format (Vorträge/Workshops) für zukünftige Konferenzen von einer großen Mehrheit im Publikum bestätigt.
Besonderer Dank gilt Karsten Alber, dem Schuldirektor, der gemeinsam mit Schülern den Teilnehmenden einen umfassenden Einblick in den Schulalltag gab, dem Büro Schulz + Schulz und Jens Rossa vom Büro r+b landschaft s architektur, die uns durch das Gebäude und die Freianlagen führten sowie allen Mitarbeitenden der Geschäftsstelle in Dresden und aus Leipzig und den Mitgliedern des Ausschusses Öffentlichkeitsarbeit, die in Gesamtheit zum Gelingen der Tagung einen wichtigen Beitrag leisteten.

Sina Maite Rinka von der TU Dresden während ihrer Pecha-Kucha-Präsentation zum Thema Inklusion in Schulen

In den Führungen konnten die Teilnehmenden die Schule live erleben und mit den Planenden des Gebäudes und der Außenanlagen ins Gespräch kommen