Ausstellungsarchiv
Baukultur

Kultur prägt Mensch – Sommerschau 2026
Vorwort zur Ausstellung
Nach einjähriger Pause im Jahr 2025 freuen wir uns, die bewährte Foto-Themenausstellung der Architektenkammer Sachsen im Sommer 2026 wieder präsentieren zu können. Unser besonderer Dank gilt allen Teilnehmenden für ihre vielfältigen und engagierten Einsendungen.
Unter dem Titel „Kultur prägt Mensch“widmet sich die diesjährige Ausstellung der Frage, wie kulturelle Einflüsse unser Leben, Denken und Gestalten bestimmen. Jede Entwicklung sozialer Kulturen ist eine menschliche und geistige Leistung. Kurz gesagt: Kultur ist, wie man arbeitet und wie man lebt. In unserem Umfeld oder auf Reisen können wir diese Eindrücke selbst erleben und kennenlernen.
Unabhängig wie alt diese sozialen Kulturwerte sind, sie beeinflussen unser Leben und die Entwicklung der Menschheit in vielen Bereichen – etwa in der Architektur, der Landschaftsgestaltung, im Handel und im Zusammenleben – die Kultur prägt uns.
Fotografische und aussagekräftige Momentaufnahmen aus allen Zeitepochen sind wie ein bildliches Kompendium und regen kontemplativ im gedanklichen Betrachtungsnachlauf inspirierend an. Die historische Wertschätzung und auch wissenswertes, materielles sowie immaterielles Kulturgut dienen in unserem Architektenberuf als Grundlagenstudie für zukünftige Bauvorhaben. Die Kultur ist dabei gestalterisches Leitmotiv, um unser Leben einfacher und angenehmer zu gestalten.
Ein besonderes Augenmerk gilt in diesem Jahr auch einem Jubiläum: 2026 markiert den 200. Jahrestag der ersten lichtbeständigen Fotografie (Heliografie), die 1826/27 in Frankreich entstand. Zwei Jahrhunderte später steht die Fotografie erneut vor einem Wandel – geprägt durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz.
Ich persönlich bin davon überzeugt, das KI-Fotos eine Bereicherung und Maximierung für die ästhetische Fotografie sind (z. B. automatische gute Bildkomposition, Bildplastik oder Fotoauflösung usw.). Sie sind plakativ gut anzusehen, aber informativ nur bedingt wertvoll. Für die Erfassungsschärfe der realen Welt sind inhaltlich unbearbeitete Fotos Voraussetzung einer ehrlichen Informationskultur. Die Ausstellungs- und Pressefotografie obliegt weiterhin der unmanipulierten Wahrheitsinformationen. Und so gilt auch für unsere Fotoausstellungen eine ehrliche Informationskultur.
Seit dem frühen Mittelalter gibt es in unserer Branche immer wieder Veränderungsentwicklungen, denen wir uns nicht verschließen. In Zukunft wird KIunseren Beruf optimieren und erleichtern. Zum Beispiel in der Objekt-Grundlagenstudie, in der Variantenuntersuchung (Quervergleiche), im Erstellen von Präsentationstexten oder in der Sprach- sowie Textübersetzung. Die KI-Echtzeit-Anruf-Übersetzung sehe ich zum Beispiel, als Meilenstein der internationalen Kommunikation, fördernd für die Völkerverbindung.
Aber dennoch bleiben für uns die persönliche Entscheidungs- und Verantwortungspflicht, das couragierte Engagement sowie die persönliche Gewissenhaftigkeit das höchste Gut unseres Architektinnen- und Architektenberufes. Künstliche Intelligenz wird natürliche Intelligenz und persönliche Verantwortungspflicht nie verdrängen. Aber KI wird unsere Arbeitskultur prägen und entwickeln.
Wir laden Sie herzlich ein, die vielfältigen fotografischen Beiträge dieser Ausstellung zu entdecken und sich mit den kulturellen Prägungen auseinanderzusetzen.
Viel Freude bei der Sommerschau!
Gerd Müller
Innenarchitekt und Mitglied Ausschuss Öffentlichkeitsarbeit und Eintragungsausschuss
Impressionen von der Sommerschau 2024
Unter dem Titel „Bei Licht betrachtet“ widmete sich die Sommerschau 2024 den Qualitäten und Herausforderungen von Licht und Schatten in Stadtplanung, Architektur, Innen- und Landschaftsarchitektur. Die Ausstellung zeigte eindrucksvoll, wie Licht und Schatten als bewusste Gestaltungselemente Räume formen, Stimmungen erzeugen und sich je nach Tageszeit und Umgebung ständig verändern. Fotografische Arbeiten aus Architektur und Natur verdeutlichten diese Dynamik ebenso wie experimentelle Ansätze, etwa durch Farbfilter oder die gezielte Lichtlenkung mittels Heliostaten. Die zahlreichen eingereichten Beiträge machten die Vielschichtigkeit des Themas sichtbar und luden dazu ein, Licht und Schatten neu wahrzunehmen.
Nach der Präsentation im Haus der Architekten in Dresden war die Ausstellung in den Kammerbüros in Chemnitz und Leipzig zu sehen. Die Sommerschau wurde erneut von der Baseg GmbH unterstützt, die sowohl die Konfektion der Banner als auch den Druck der Begleitbroschüre übernahm.





